Category: Media

  • I am addicted to my Kindle

    I bought a Kindle about a month ago, and it was the best gadget purchase in a long while. I read about a hundred pages per day on it, because I take it everywhere (and I always think “it’s awesome” when I see it lying on my table).

    I actually pre-ordered it when it was announced, but reneged on my decision to get the 3G version – which stupidly put me at the back of the waiting list when I reconsidered.

    Why is it awesome

    Reading on it is great. Period. I prefer it to a book now – here’s why:

    • It’s smaller and lighter than a book and fits in a coat pocket easily. I just have it with me all the time and take it out on every bus or tube ride.
    • It’s better to hold in one hand than a book. You can grab it at every corner and you dont have to awkwardly bend the spine by spreading your fingers.
    • The screen is perfect for text. Forget an iPad for reading a book (or lots of them, for that matter) – it will strain your eyes.
    • You have all that stuff with you – books, magazines, articles. I always travelled with at least one non fiction and one fiction book, and got the economist and some fun magazine at the airport. Lots of dead trees to lug around – not anymore.
    • I use Instapaper like a madman now. You can bookmark long articles on the web and they are automatically synced. My own personalised magazine, and givemesomethingtoread.com has great content (hat tip to Johannes).
    • Do not think iPad vs Kindle – purpose, size, weight, value, and most importantly the screen are not comparable. You buy this to read books. Think discman vs iPod.
    • Doing only one thing means you are focused, and it carries over from a paper book. You can’t do anything but read with that, either.
    • I love buying books, and paper, and the smell, and all that. I am not missing it at all. I own a ton of vinyl, but I love my iPod – you get the point.

    Features and 3G Version

    I’ve yet to put a value on a lot of features like notes, clippings, and the 3G usage. I am only reading on it, and I am already hooked. The question of 3G or not is not really important – if you can afford the extra 40 pounds, just get the 3G version, I am sure you’re only gonna miss it when travelling a lot.

    I like simplifying my life, and scratching the huge bookcase from my moving list feels great. Get your partner one for Christmas (I hope Isa doesn’t read my blog).

    Oh, and check out my case:

  • iPad und so – ich muss halt was dazu schreiben

    Dass das iPad nun vorgestellt wurde, hat ja jeder mitbekommen. Meine Meinung und Eindrücke dazu in Kurzform:

    • Sehr slicke Hardware, auf jeden Fall mit unglaublichem “want”-Faktor. Das ist Apple’s Domäne und es war klar, dass sie hier brillieren.
    • Die Software ist ein iPhone OS (in Version 3.2), das an die Gegebenheiten des Tablet angepasst ist. Im Vergleich zum 3.1 OS auf dem iPhone sind natürlich vor allen Dingen der größere Bildschirm und die damit verbundenen Möglichkeiten zu berücksichtigen gewesen.
    • Alle bestehenden Applikationen des Appstore können genutzt werden. Der einzig mögliche Weg, um den unglaublichen Hebel der großen Masse an Applikationen auszunutzen, ohne die Entwickler zu einer Anpassung zu zwingen.
    • Kein Flash, das wird auch so bleiben. John Gruber erklärt en Detail, warum. Wenn man nachdenkt, macht es Sinn: Flash wird für Spiele und Videos genutzt. Apple möchte sowohl den Appstore als auch den Videovertrieb über iTunes pushen – da wäre ein Flash-Angebot kontraproduktiv.
    • Kein Multitasking. Das ist wahrscheinlich für alle, die ein iPhone besitzen das größte Problem. Die Schwierigkeit bei Multitasking ist die Entscheidung, wie viel Multitasking auf einmal möglich ist. Ich schätze, dass hier in der 4. iPhone-OS Version ein Update kommt, welches Multitasking erlaubt. Dieses könnte dann auf spezielle oder Apple-eigene Apps limitiert sein. Auch hier möchte Apple lieber iTunes als beispielsweise Spotify im Hintergrund laufen sehen.
    • “Fehlende” Hardware wie Kamera, USB und SD-Karten Anschlüsse sind ärgerlich, aber typisch Apple.
    • Als Couch Computer finde ich es genial, auch der Preis ist wirklich gut. Werd ich es kaufen? Keine Ahnung, ich hab ein Netbook (und liebe es) und noch mindestens 3 Monate Zeit.

    Wer ist die Zielgruppe?

    Nerds, die gerne basteln und verrückte Sachen installieren, sind nicht die Fokus dieses Produkts. Vielmehr ist eine sehr große Gruppe im Mainstream der ideale Kunde. Solange Mails, Photos und das Internet funktionieren (und das auch noch in hoher Auflösung), ist es recht einfach, an eine breite Masse zu verkaufen.

    Ich glaube vor Allem, dass genau diese Zielgruppe viel leichter zu überzeugen ist, im iTunes Store Videos, Musik und Bücher zu laden und dafür ordentliche Preise zu bezahlen. Die Bastler und Frickler kennen RSS, Bittorrent und jede Menge freier Services. Meine Eltern, weniger Tech-orientierte Freunde und Verwandte sind hingegen vollkommen zufrieden, wenn alles funktioniert und man dafür eben ein paar Euro mehr ausgibt. Das ist vielleicht das interessanteste am iPad – die Fokussierung Apples auf die am Besten zu kontrollierende Zielgruppe, für die das komplettangebot des iTunes Stores vollkommen aufgeht.

    Weniger offen, mehr Geld

    Keine Frage, dass sich Apple hier immer weiter von offenen Ökosystemen wegbewegt, was mir überhaupt nicht gefällt. Ich finde das schädlich für “das Internet” insgesamt, kann aus wirtschaftlichen Gründen aber nur über diese geniale Positionierung und Fokussierung staunen.

  • Nachtrag Verlage und iPhone Apps

    Ein netter Artikel in der Süddeutschen zu den Hoffnungen der Verlage bezüglich der Applikationen.

    Medienforscher Ruß-Mohl hält diese Einschätzung für falsch. Er empfehle den Anbietern von Qualitätsjournalismus “nachhaltig”, auf den neuen Markt zu setzen. Der könnte noch attraktiver werden, wenn Apple Ende Januar tatsächlich sein Riesen-iPhone präsentiert. Der Lesekomfort dürfte sich damit noch einmal deutlich erhöhen – und in Verlagen neue Phantasie auslösen.

    via iPhone: Verleger hoffen – Wie ein Tropfen im Ozean – Computer – sueddeutsche.de.

    Gestern habe ich beschrieben, warum die Inhalte-Eigner gegen Apple in diesem Fall wohl den Kürzeren ziehen dürften.

  • Das Tablet wird kein e-Book Reader

    Durch meine Arbeit bei einem Verlag und durch meinen nicht geringen Konsum von Büchern komme ich ziemlich häufig ins Grübeln, wie die Zukunft des Lesen aussehen wird. Da ich zusätzlich auch noch ein Gadget-Fan bin und die Entwicklungen der technischen Möglichkeiten verfolge, habe ich mich einmal hingesetzt und mir über die jetzige Situation und das, was da wohl kommen wird, Gedanken gemacht.

    Zielgruppen und Inhalte haben jeweils passende Medien

    Im Sinne der Argumentation muss man verschiedene Medien und Leser unterscheiden: Momentan gibt es “Heavy Leser” (zu denen ich mich selber zähle), die täglich viele Bücher, Zeitungen, Zeitschriften und Blogs oder andere online-Medien lesen, kaufen, speichern oder ins Regal stellen. Im anderen Extrem gibt es den “Light Leser”,  der dann liest, wenn er muss, also im Beruf, oder im Urlaub, wenn er mal zu einem Buch oder anderem kommt. In der Mitte findet man den Leser, der sich entweder in einige wenige Medien verstärkt vertieft (der Zeitschriften- oder  Zeitungsleser, Blogleser oder Bücherfan) oder von allem ein wenig hier und da konsumiert. Dieser Mittelfall trifft den Hauptteil der Konsumenten, muss aber im Sinne dieses Artikels nicht weiter eingegrenzt werden.

    Auf der Medienseite ist vor allem in der Länge (und “Tiefe”) der Texte und der Frequenz oder Aktualität zu unterscheiden. Logischerweise verlangen Bücher und aufwendig recherchierte Artikel in Zeitungen und Zeitschriften eine sehr Text- und Lesbarkeits-orientierte Darstellung in Medium und Formatierung. (Fach-) Nachrichten müssen besonders einfach und schnell zu überfliegen sein, im Zweifelsfall aber auch die Möglichkeit bieten, einer Sache tiefer auf den Grund zu gehen (siehe Handelsblatt-Relaunch). Boulevard- und “Entertainment”-Nachrichten (im Sinne von unterhaltsamem Lesen) werden mit vielen Bildern unterstützt und erlauben ein einfaches “Skimmen” ohne große Konzentration.

    Die heutigen (Print-) Medien haben sich in vielen Jahren an diese Zielgruppen und Inhalte angepasst und sind Meister ihres Faches. Ich halte persönlich nichts von Aussagen wie “Zeitung gelesen wird immer” oder auch “Ich brauche das haptische” (mein Favorit). Diese Standpunkte übersehen die Realität – es wird sich etwas ändern, weil wir uns an elektronische Medien gewöhnt haben und eine Trennung der Inhalte langsam nicht mehr akzeptieren (“Print ist doch eh tot” zählt aber auch nicht, damit das klar ist. Natürlich wird es Zeitungen und Bücher weiterhin geben).

    Status Quo – erste Schritte zur Konvergenz und Early Adopter

    Momentan gibt es online-Darstellungen eigentlich sämtlicher Tages- und Wochenzeitungen, Magazine haben ihre Websites und ergänzen dort oft ihre Inhalte. Beinahe alle Inhalte der Kategorie “Nachrichten” sind online erhältlich, ob nun frei oder gegen Bezahlung. Bücher können auf e-Readern gelesen werden und dank Mobilfunktechnologie überall auf der Welt “eingekauft” werden, zum Beispiel durch die Whispernet-Technologie von Amazon. Auch auf den Mobiltelefonen ist es (vor Allem natürlich durch Apple) mittlerweile möglich, Bücher, Magazine und Zeitungen zu lesen. Meistens sind die Nutzer von e-Books und Nachrichten-Apps heute aber noch die absoluten Heavy-Leser. Der Großteil der Bevölkerung bleibt bisher beim Print-Produkt.

    e-Reader sind noch in den Kinderschuhen, so hat Amazon 2009 erst die zweite Version des Kindle vorgestellt, mit angeschlossenem Bücherladen und weltweitem, freiem, Netzzugang. Sony hat bereits seit einigen Jahren e-Reader im Angebot, die Adaption hält sich jedoch bis heute in Grenzen. e-Reader sind vor natürlich vor Allem für lange Texte und Vielleser interessant, da sie ihre Stärken in diesem Bereich ausspielen können und ihre Schwächen insgesamt zu vernachlässigen sind. Der Schlüssel ist hierbei das Display auf Basis von e-Ink, das eine Darstellung ohne das ermüdende Hintergrundlicht eines LCD-Displays erlaubt. Die Pixel richten sich bei jedem Ladevorgang entweder Schwarz oder Weiß aus, so dass das Resultat sehr nah an eine gedruckte Seite kommt. Ryan Singer hat in einem Blogpost erklärt, warum Vielleser die Probleme wie eine langsame Ladezeit bei neuen Büchern und das problematische Tippen auf der Kindle-Tastatur akzeptieren – Das Leseerlebnis ist einfach gut genug, um diese Faktoren zu übersehen (What’s the suckage to usage ratio?, Ryan Singer, Signal vs. Noise Blog). e-Reader sind ein absolutes Single Purpose Device, wie Spiegelreflexkameras für Fotografen sind sie also vor allem “Leseprofis” und Heavy Reader gedacht (Hunderte von Büchern in der Tasche, direkte Verfügbarkeit, elektronisches Mark-up und Kommentieren, etc.).

    Aufgrund bestehender Probleme (langsame Verbindungen, mühsames Laden neuer Texte, hoher Preis), aber auch aufgrund des meist nicht ganz “offenen” Designs der Lesegeräte (keine RSS-Feeds, nicht alle e-Reader erlauben das Hochladen beliebiger Formate, etc.) sind die Geräte weder für Wenigleser noch für Nachrichtenjunkies oder Blogleser interessant. Vor allem Die Leser, die sich an die Möglichkeiten gewöhnt haben, die ein einfacher Browser beim Lesen von Blogs und Nachrichtenseiten bietet (Kommentieren, Bookmarken, Schnell Viel Lesen), kommen hier nicht auf ihre Kosten und Verzichten auf die positiven Effekte beim Lesen von langen Texten.

    iPhone-Applikationen reichen zum Lesen von Häppchen und zum schnellen überfliegen von meist kurzen Texten. Weder der Bildschirm noch die Größe erlauben das gemütlich Lesen von langen Texten. Die Nachteile des Computer-LCDs werden hier verstärkt, auch wenn manch einer behauptet, ein iPhone wäre alles, was er zum Lesen brauche.

    iTunes und das Tablet sollen es richten

    Seit Monaten wird über das wohl kommende Tablet von Apple spekuliert, welches eine Art Riesen-iPhone sein soll (ca. 10 Zoll Touchscreen, alles Andere ist noch Spekulation), mit dem man im Internet Surfen und Medien aller Art konsumieren können soll. Es wird wohl Ende Januar 2010 vorgestellt werden und dann im Laufe des Frühjahrs auf den Markt kommen. Ich möchte nicht auf die verschiedenen Spekulationen eingehen, auf welche Art und Weise unser “Personal Computing” revolutioniert werden soll (das können Andere besser und informierter), sondern mich auf die wahrscheinlichen Gegebenheiten für die Verlage und Content-Produzenten fokussieren.

    Viele Inhalte-Inhaber freuen sich auf das Tablet von Apple, da ihnen wohl nach Vorbild des App Stores und iTunes eine Plattform geboten wird, die es erlaubt, kontrolliert und mit einem digitalen Rechtemanagement versehen, die eigenen Inhalte zu verbreiten. Verschiedene Verlage experimentieren jetzt schon mit iPhone-Apps, die zum Beispiel Abonements und häppchenweises Kaufen von Inhalten ermöglichen. Nun wird spekuliert, ob für das neue Tablet der Inhalt des iTunes Store aufgebohrt wird, um auch Texte anzubieten, die auf dem Tablet schön dargestellt werden könnten.

    Ich halte das, zumindest nach Vorbild der Musik-Abteilung, für sehr unwahrscheinlich. Im Fall von iTunes hat Apple hier mit wenigen Major-Labels zu tun, die einen großen Anteil des Marktes beherrschen. Nach Einigung mit den großen Labels musste iTunes sich nicht mehr um Verhandlungen kümmern, um den Store weiter erfolgreich zu machen. Durch das Vorhandensein der kritischen Masse auf beiden Seiten (Content und Nutzer) mussten alle kleinen Labels sich mit den gleichen (oder schlechteren) Konditionen zufrieden geben, wie die großen Labels. Anfang 2009 hat Apple den Inhalt zu ca. 80% auf DRM-freie Formate umgestellt, mittlerweile gibt es kein DRM mehr. Die Labels hatten bei Apples Verhandlungsstärke keine Chance, das zu verhindern.

    i don’t think so

    Im Verlagsbereich gibt es keine ähnliche Monopolstellung, vor allem nicht weltweit. Apple wird es sich also schenken, mit allen Verlagen einzelne Verhandlungen zu führen. Stattdessen wird meiner Meinung nach entweder ein Standard-Modell eingeführt oder alle Inhalte werden durch Applikationen im App Store an den Endkunden gebracht. Die letzte Variante halte ich dabei für wahrscheinlicher. Das Tablet wird nach dem unglaublichen Erfolg des App Stores eines ähnlich eng kontrollierte Infrastruktur bekommen wie das iPhone (Warum ich gegen ein solches zentral kontrolliertes System bin, habe ich hier geschrieben). Ob technisch nun eine Art iPhone Betriebssystem oder ein volles OSX darunter liegt, ist dabei egal – es wird wahrscheinlich irgendwo in der Mitte liegen. In beiden Fällen bekommt Apple die aus der Veröffentlichung von Applikationen gewohnten 30% des Umsatz direkt ausgezahlt, dafür stellt es sein Abrechnungssystem und die Distribution zur Verfügung.  Die Inhaber der Texte müssen sich also mit diesem Modell herumschlagen, ob sie wollen oder nicht.

    Aufgrund dieser Entwicklungen werden andere Anbieter und Hersteller mit ihren Produkten neben Apple ohne Zweifel weiterhin bestehen können. Verschiedene Distributionsmechanismen und Endgeräte bieten den Verlagen und Autoren Wege, Ihre Inhalte zu verbreiten, auch ohne Apple. Der Fokus von Apple ist sowieso klar: es geht hauptsächlich um die breite Masse, also Nachrichteninhalte und Magazine. Diese kann man ideal mit einem dedizierten Apple-Format (ergo durch iTunes) oder in eigenen Applikationen (ergo Appstore) darstellen.

    Ich bin auch weiterhin der Meinung, dass die heutigen e-Reader und zukünftige Weiterentwicklungen ein tolles Angebot für Vielleser darstellen. Der kleine Formfaktor und die angenehme Ansicht sind zwei Punkte, die mich davon überzeugen. Ich warte allerdings noch auf einen e-Reader, der es mir erlaubt, neben Büchern auch Blogs und Nachrichten zu lesen, wie ich es heute im Browser tue. Das bedeutet: schnell, mit Funktionen wie Kommentieren, Bookmarken, Weiterleiten und Markieren. Bis es so weit kommt, warte ich auch gerne noch ein bisschen.

    EDIT: kurzer Nachtrag hier.

  • Die Twitter-Retweet Funktion – gut oder böse?

    Paul Carr schreibt eine herrliche Kolumne auf Techcrunch. Herrlich weil mit dunklem Humor und sehr provokativen Statements. Am Wochenende nahm er Stellung zu der neuen Zitat-Funktion bei Twitter:

    By contrast, the new retweet function is the equivalent of us snapping our fingers and making Dave himself suddenly appear in the middle of the party. And, then, without so much as an introduction, Dave starts talking. No context, no invitation – just some crazy dude called Dave talking at us, at our own party.

    via NSFW: Give me ad-free conversations, or give me death (please RT) .

    Interessant ist auch seine Einsicht zu Werbung in Twitter, bei der ich 100-prozentig übereinstimme. Eine Konversation wie bei Facebook oder Twitter ist demnach kein “Content” im vermarktbaren Sinn, sollte also auch nicht durch Werbung “angereichert” werden. Word.

  • Verschiedene Ansichten zum idealen System von mobilen Applikationen

    Zufällig bin ich gestern Abend über eine Anzahl von Artikeln in meinem Feedreader gestolpert, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Es gibt Leute, die sagen, dass Apple mit dem App Store eine Software Revolution eingeläutet hat, andere sind davon nicht überzeugt. Meiner Meinung nach ist das Ganze nicht so einfach, da in diesem Modell verschiedene Faktoren zusammen kommen:

    • Das einfache Finden und Kaufen von Applikationen an einem einzigen Ort
    • Integration in einer einfachen Benutzeroberfläche mit einheitlichen Design- und Usability Konzepten
    • Eng kontrollierte Natur des App Stores, welche Apple aufrecht erhält

    Somit gibt es auch verschiedene Kritikpunkte zu den einzelnen Prinzipien, die in anderen App Stores besser oder vermeintlich schlechter gelöst sind (gewisse Fanboys haben für jeglichen Ansatz außerhalb dieser Paradigmen schnell das Wort “Fail” parat).

    An sich finde ich die Idee eines App Stores sehr gut, da man als Nutzer eine einzige oder zumindest zentrale Stelle für Programme hat, wo man sich relativ sicher sein kann, keine Malware oder Viren einzufangen. Ob das nun per Eigner des Stores (wie bei Apple) oder durch die Community gelöst wird (wie bei Android u.A.), ist mir relativ egal – einzig Transparenz ist dabei wichtig. Durch Ratingmechanismen und ein zentralisiertes Zahlungssystem werden weitere Probleme der virtuellen Softwareverbreitung gelöst. Bei Shareware und ähnlichen Quellen kommen schnell Fragen bezüglich der Sicherheit und dem Bezahungsmechanismus auf, die in App Stores elegant gelöst werden können.

    Open vs. Closed

    Nic Brisbourne argumentiert, dass Apple mit seinem Software Modell, dem geschlossenen Appstore und der sehr engen Kontrolle zur Zulassung der Applikationen langfristig in die falsche Richtung läuft (auch ein Diskussionsthema bei Marco Arment, einem Mikro-Celebrity in der Entwicklerszene). Seiner Meinung nach ist ein offenes Modell besser geeignet, um Innovationen zu fördern (er zitiert auch einen Artikel von Techdirt). Er rät daher Entwicklern:

    At this point though the Apple solution is still far superior to anything else out there, and I don’t think we have yet reached the point of momentum shift, which makes it difficult to see past the iPhone and the app store.  As with all areas of business, there is no certainty, but given all of the above if I was running a startup in this space I would avoid coupling myself too tightly to the success of the iPhone and app store.

    Qualität vs. Quantität

    Jason Chen argumentiert auf Gizmodo, dass eine große Anzahl von komplexen iPhone-Spielen und -Applikationen wahrscheinlich auf sich warten lassen werden, da die Masse an iPhone Spielen zu niedrigen Preisen wenig Platz für teure Spiele (>10 Dollar) im Markt lässt. Seine Argumentation ist recht einfach:

    Here’s the major reason: the price of apps. AppCubby maker of apps like GasCubby, just put up an analysis of the app store that says the new price ceiling is $5. It used to be $10. But according to him and other developers, the $10 price point is no longer sustainable, seeing as many previously $10-priced apps are now $3-$5.

    There probably are two major co-existing reasons for the drop. One, older apps get price drops to lure in cheapskates. People who wanted them already bought them, and people who are holdouts will only jump on when the price is lowered. Two, older apps just get dropped because older titles (see Best Buy) get price drops.

    But back to the main point. If $5 is the new standard price ceiling, developers aren’t going to be willing to devote time to their projects.

    Wenn man die Preise der Spiele für mobile Konsolen wie PSP und Nintendo DS sieht, wird schnell klar, dass große Entwicklungsschritte auf einer neuen Plattform mit Vorsicht genossen werden, vor allem, wenn die Nutzer es nicht gewohnt sind, hohe Preise zu zahlen. Ein gutes Beispiel ist die Navigon Navigationssoftware, die das iPhone zum vollwertigen System inklusive turn-by-turn Anweisungen macht. Die Applikations kostet schlappe 99 Euro – und wird auch gekauft. Die Tatsache, dass sie in der offiziellen WWDC Pressekonferenz vorgestellt wurde, hilft dabei jedoch sicherlich enorm. Insgesamt ist die Applikation trotzdem recht weit abgeschlagen auf Platz 340 bei Mobclix, was keine enormen Verkaufssprünge erahnen lässt. Hinzu kommt hier die stark abnehmende Käuferzahl über Zeit, die bei iPhone Apps ein bekanntes Problem ist.

    Browser vs. Apps

    Google geht einen anderen Schritt und fokussiert sich zunehmend auf Webapplikationen anstelle von installierten Programmen. Da ich meine Masterarbeit über dieses Thema geschrieben hatte, gehöre ich sicherlich zu den Verfechtern von browserbasierten Applikationen, die eine große Menge an Vorteilen haben. Dazu gehören unter anderem die einfachen Updates, die überall zugänglichen Inhalte, der fehlende Anpassungsaufwand für verschiedene Systeme und mehr. Die Nachteile fehlender Lösungen zum Always-on sind seit iPhone und Android beinahe zu vernachlässigen und machen nur in wenigen kritischen Situationen Probleme.

    Die Business Week gibt einen kurzen Überblick zu beiden Ansätzen und erklärt recht gut, warum Google und Apple sich so verhalten, wie es von ihnen zu erwarten ist. Wie schon beim Thema Chrome OS liegt der Charme für Google natürlich darin, mehr Nutzer ins Web zu bringen, wo die eigenen Anzeigen ausgeteilt werden können. Werbeumsätze machen nämlich weiterhin ca. 97% aller Umsätze des Suchmaschinenanbieters aus, jede Chance, diese Umsätze zu erhöhen, wird natürlich genutzt. Ich bin mir auch gar nicht so unsicher, dass Google den Chrome Browser entwickelt hat, um die Web-Experience nach den eigenen Vorstellungen kontrollieren zu können. Ein Adblocker funktioniert zumindest in Chrome nicht. Zitat BW:

    Google’s promotion of Web-centric software development also serves its interests as much as those of users. The more smartphone users open their browsers to perform tasks, the greater chance they have of seeing Google’s ads, which are strewn across the Web. “Google wants things open, but the reason they want things open is because that allows a lot more devices to get into their sandbox,” says analyst Gold.

    Am Ende zählt die Kontrolle

    Zumindest die über die eigenen Umsätze. Google versucht, seine webzentrische Herangehensweise zu pushen, Apple fokussiert sich auf die Nutzerfreundlichkeit und die Apple Experience, die in diesem Fall den größten Umsatz verspricht. Die Probleme, die dabei auf Entwickler- und Nutzerseite anfallen, sind langfristig so nicht zu halten und werden sicherlich einiges an Umdenken erfordern. Bis dahin wird aber sicher noch das eine oder andere iPhone verkauft werden, schließlich gewinnt hier Apple weiterhin. Für Google ist die mobile Welt noch nicht so wichtig wie für Apple (Apple hat dieses Quartal doppelt so viele iPhones wie Mac-Rechner verkauft), außerdem kann Google seine Werbeumsätze auch auf iPhones verdienen.

  • Bücher für den Sommerurlaub zu empfehlen!

    Kurz vor dem Urlaub renne ich meistens hektisch in den Bücherladen und suche mir etwas vernünftiges zum Lesen. Glücklicherweise habe ich mittlerweile ein gutes System, das passende Material auszusuchen: Ich gehe in die Abteilung für englische Bücher, schaue nach einem interessanten Cover und gehe zur Kasse. Dabei kommt dann zum Beispiel folgendes heraus:

    Emergency von Neil Strauss

    Neil Straus ist der erlesene Autor von Meisterwerken wie “How to make love like a porn star” mit Jenna Jameson und “The long hard road out of hell” mit Marylin Manson. Also ganz offensichtlich jemand, auf dessen Werke man ein Auge werfen sollte. In Emergency beschreibt er seine persönliche Odyssee vom Steuerzuflucht suchenden Musikjournalisten zum absoluten Untergangsüberlebenskünstler. Der Untertitel “this book will save your life” wird immer überzeugender, je mehr seine Schreckensvorstellungen zu möglichen Anschlägen, Naturkatastrophen und Bürgerkriegsphantasien in Erzählung Gestalt annehmen. In Wirklichkeit beschreibt er, wie er aus reinem Interesse für eine Story an Menschen gerät, die jeweils eine sehr grafische Vorstellung vom Ende der Welt haben. Er lässt sich davon anstecken und schreibt über die verschiedenen Schritte, die zum Austritt aus der Gesellschaft (und zur eigenen Rettung) nötig sind:

    • Orientation
    • Escape
    • Survive
    • Rescue

    Die Erzählung ist dabei mit nützlichen urbanen Überlebenstipps wie Schlösser knacken, Ziegen ausnehmen, Toiletten bauen und Chemieangriffe überleben gespickt, die einem sämtliche Angst vor möglichen Katastrophen nehmen. Not. Ein amüsantes Buch also, vor allem für diejenigen, die früher nicht bei den Pfandfindern waren. Ich war übrigens da, also war das alles nichts neues für mich (vor allem zweite Reisepässe und Chemieangriffe sind nämlich Themen, die bei den Pfadfindern auf der Tagesordnung stehen).

    Gomorrha von Roberto Saviano

    Das Buch, nach dem der sehr gewalttätige, gleichnamige Film gedreht wurde. Dieses Buch über die neapolitanische Camorra ist nicht nur ein erschreckend offener Bericht über die Tatsachen, denen die Bewohner Neapels und seiner Vorstädte anscheinen täglich gegenüber stehen, sondern gleichzeitig auch eine sehr persönliche Story über den Autor und seine Familie, Freunde und Heimatstadt.

    Absolut lesenswert fand ich Gomorrha, weil die persönliche Erzählung aus Sicht des Autors sehr eng und gekonnt mit Erklärungen zur historischen und gesellschaftlichen Struktur verwoben sind. Welchen Einfluss die Camorra noch heute in einem der ersten EU-Länder hat, sollte jeden zum Stutzen bringen. Vielleicht erklärt dieser Umstand aber auch die grotesk anmaßenden Kapriolen der Politiker in Italien, die man nicht so wirklich ernst nehmen will. Wer gerne “The Sopranos” guckt und den “Paten” für einen unglaublich realen Film hält, kriegt hier auf jeden Fall einen deutlich ungeschönteren und weniger glorifizierten Lifestyle der kriminell organisierten Klasse serviert.