Author: Philipp

  • Verschiedene Ansichten zum idealen System von mobilen Applikationen

    Zufällig bin ich gestern Abend über eine Anzahl von Artikeln in meinem Feedreader gestolpert, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Es gibt Leute, die sagen, dass Apple mit dem App Store eine Software Revolution eingeläutet hat, andere sind davon nicht überzeugt. Meiner Meinung nach ist das Ganze nicht so einfach, da in diesem Modell verschiedene Faktoren zusammen kommen:

    • Das einfache Finden und Kaufen von Applikationen an einem einzigen Ort
    • Integration in einer einfachen Benutzeroberfläche mit einheitlichen Design- und Usability Konzepten
    • Eng kontrollierte Natur des App Stores, welche Apple aufrecht erhält

    Somit gibt es auch verschiedene Kritikpunkte zu den einzelnen Prinzipien, die in anderen App Stores besser oder vermeintlich schlechter gelöst sind (gewisse Fanboys haben für jeglichen Ansatz außerhalb dieser Paradigmen schnell das Wort “Fail” parat).

    An sich finde ich die Idee eines App Stores sehr gut, da man als Nutzer eine einzige oder zumindest zentrale Stelle für Programme hat, wo man sich relativ sicher sein kann, keine Malware oder Viren einzufangen. Ob das nun per Eigner des Stores (wie bei Apple) oder durch die Community gelöst wird (wie bei Android u.A.), ist mir relativ egal – einzig Transparenz ist dabei wichtig. Durch Ratingmechanismen und ein zentralisiertes Zahlungssystem werden weitere Probleme der virtuellen Softwareverbreitung gelöst. Bei Shareware und ähnlichen Quellen kommen schnell Fragen bezüglich der Sicherheit und dem Bezahungsmechanismus auf, die in App Stores elegant gelöst werden können.

    Open vs. Closed

    Nic Brisbourne argumentiert, dass Apple mit seinem Software Modell, dem geschlossenen Appstore und der sehr engen Kontrolle zur Zulassung der Applikationen langfristig in die falsche Richtung läuft (auch ein Diskussionsthema bei Marco Arment, einem Mikro-Celebrity in der Entwicklerszene). Seiner Meinung nach ist ein offenes Modell besser geeignet, um Innovationen zu fördern (er zitiert auch einen Artikel von Techdirt). Er rät daher Entwicklern:

    At this point though the Apple solution is still far superior to anything else out there, and I don’t think we have yet reached the point of momentum shift, which makes it difficult to see past the iPhone and the app store.  As with all areas of business, there is no certainty, but given all of the above if I was running a startup in this space I would avoid coupling myself too tightly to the success of the iPhone and app store.

    Qualität vs. Quantität

    Jason Chen argumentiert auf Gizmodo, dass eine große Anzahl von komplexen iPhone-Spielen und -Applikationen wahrscheinlich auf sich warten lassen werden, da die Masse an iPhone Spielen zu niedrigen Preisen wenig Platz für teure Spiele (>10 Dollar) im Markt lässt. Seine Argumentation ist recht einfach:

    Here’s the major reason: the price of apps. AppCubby maker of apps like GasCubby, just put up an analysis of the app store that says the new price ceiling is $5. It used to be $10. But according to him and other developers, the $10 price point is no longer sustainable, seeing as many previously $10-priced apps are now $3-$5.

    There probably are two major co-existing reasons for the drop. One, older apps get price drops to lure in cheapskates. People who wanted them already bought them, and people who are holdouts will only jump on when the price is lowered. Two, older apps just get dropped because older titles (see Best Buy) get price drops.

    But back to the main point. If $5 is the new standard price ceiling, developers aren’t going to be willing to devote time to their projects.

    Wenn man die Preise der Spiele für mobile Konsolen wie PSP und Nintendo DS sieht, wird schnell klar, dass große Entwicklungsschritte auf einer neuen Plattform mit Vorsicht genossen werden, vor allem, wenn die Nutzer es nicht gewohnt sind, hohe Preise zu zahlen. Ein gutes Beispiel ist die Navigon Navigationssoftware, die das iPhone zum vollwertigen System inklusive turn-by-turn Anweisungen macht. Die Applikations kostet schlappe 99 Euro – und wird auch gekauft. Die Tatsache, dass sie in der offiziellen WWDC Pressekonferenz vorgestellt wurde, hilft dabei jedoch sicherlich enorm. Insgesamt ist die Applikation trotzdem recht weit abgeschlagen auf Platz 340 bei Mobclix, was keine enormen Verkaufssprünge erahnen lässt. Hinzu kommt hier die stark abnehmende Käuferzahl über Zeit, die bei iPhone Apps ein bekanntes Problem ist.

    Browser vs. Apps

    Google geht einen anderen Schritt und fokussiert sich zunehmend auf Webapplikationen anstelle von installierten Programmen. Da ich meine Masterarbeit über dieses Thema geschrieben hatte, gehöre ich sicherlich zu den Verfechtern von browserbasierten Applikationen, die eine große Menge an Vorteilen haben. Dazu gehören unter anderem die einfachen Updates, die überall zugänglichen Inhalte, der fehlende Anpassungsaufwand für verschiedene Systeme und mehr. Die Nachteile fehlender Lösungen zum Always-on sind seit iPhone und Android beinahe zu vernachlässigen und machen nur in wenigen kritischen Situationen Probleme.

    Die Business Week gibt einen kurzen Überblick zu beiden Ansätzen und erklärt recht gut, warum Google und Apple sich so verhalten, wie es von ihnen zu erwarten ist. Wie schon beim Thema Chrome OS liegt der Charme für Google natürlich darin, mehr Nutzer ins Web zu bringen, wo die eigenen Anzeigen ausgeteilt werden können. Werbeumsätze machen nämlich weiterhin ca. 97% aller Umsätze des Suchmaschinenanbieters aus, jede Chance, diese Umsätze zu erhöhen, wird natürlich genutzt. Ich bin mir auch gar nicht so unsicher, dass Google den Chrome Browser entwickelt hat, um die Web-Experience nach den eigenen Vorstellungen kontrollieren zu können. Ein Adblocker funktioniert zumindest in Chrome nicht. Zitat BW:

    Google’s promotion of Web-centric software development also serves its interests as much as those of users. The more smartphone users open their browsers to perform tasks, the greater chance they have of seeing Google’s ads, which are strewn across the Web. “Google wants things open, but the reason they want things open is because that allows a lot more devices to get into their sandbox,” says analyst Gold.

    Am Ende zählt die Kontrolle

    Zumindest die über die eigenen Umsätze. Google versucht, seine webzentrische Herangehensweise zu pushen, Apple fokussiert sich auf die Nutzerfreundlichkeit und die Apple Experience, die in diesem Fall den größten Umsatz verspricht. Die Probleme, die dabei auf Entwickler- und Nutzerseite anfallen, sind langfristig so nicht zu halten und werden sicherlich einiges an Umdenken erfordern. Bis dahin wird aber sicher noch das eine oder andere iPhone verkauft werden, schließlich gewinnt hier Apple weiterhin. Für Google ist die mobile Welt noch nicht so wichtig wie für Apple (Apple hat dieses Quartal doppelt so viele iPhones wie Mac-Rechner verkauft), außerdem kann Google seine Werbeumsätze auch auf iPhones verdienen.

  • links for 2009-07-21

  • links for 2009-07-17

    • Eine gute Übersicht über Google Voice bei Netzwertig. Leider ist das für uns ncoh etwas weiter weg von der Realität, mein Kommentar:

      Ein großes Problem für die Portierung nach Europa ist die unterschiedliche Gebührenstruktur in den USA. Dort beginnen alle Nummern mit einer Ortsvorwahl, daher sind Mobilnummern nicht von Festnetznummern zu unterscheiden. Das bedeutet in der Praxis, dass Gespräche auf Mobiltelefone vom Empfänger bezahlt werden müssen und der Anrufende meist keine Kosten hat. Es ist somit einfach, Anrufe weiter zu leiten (vor allem aufs Mobiltelefon), da die Kosten nicht vom Anbieter (in diesem Fall Google) gezahlt werden müssen (da FN-Anrufe de facto umsonst sind), sondern der Nutzer selbst die Kosten trägt.
      […] In Europa würden die Weiterleitungskosten aufgrund der Gebührenstruktur immens höher sein. […]
      Daher wird es wohl noch dauern, bis wir ein solches Modell zu einem ähnlich niedrigen Preis oder gar kostenfrei hier erwarten können.

      (tags: google voice apps)
  • links for 2009-07-10

  • Für Twitter-Nutzer: Topify

    Wer Twitter nutzt, kennt das Problem: bei neuen “Followern” bekommt man eine Mail, in der angekündigt wird, dass jemand nun bei den Tweets mitliest. In dieser Mail ist der Informationsgehalt über den neuen freund allerdings so gering, dass man sowieso noch einmal auf die Seite gehen muss, um mehr zu erfahren.

    Hier habe ich Topify entdeckt, was den Prozess sehr viel einfacher macht. Topify sendet eine Mail mit weitern Informationen, zum Beispiel die letzten fünf Updates, das Profilfoto und die Profilbeschreibung.

    Das Tollste ist allerdings die reply-Funktion, anhand derer man:

    • Zurückfollowen kann (per Reply auf die erste Follow-Mail)
    • Den User blocken kann (Zusatz “block” in der Antwort)
    • Private Nachrichten schicken kann (per Reply auf die “you are now also following…” Mail)
    • Auf private Nachrichten Antworten kann (klaro, per Reply auf eine provate Nachricht)

    Dafür muss man nur seine Kontaktemailadresse bei Twitter gegen eine persönlich generierte email Adresse austauschen und Topify bei Twitter autorisieren. Die Lösung ist simpel und elegant und nutzt die offene Natur der Twitter Architektur perfekt aus.

    Ein neuer Topify Follower.
    Ein neuer Topify Follower.
  • Immer halblang mit dem Chrome OS

    Das ist noch nicht Microsofts Untergang. Es gibt ungefähr drei Meinungen zu diesem Thema, die sind:

    Auf ungefähr diesem Niveau bewegt sich dann die Debatte im Netz, angefangen bei Spiegel Online bis hin zu Techcrunch.

    In der Realität ist es leider noch weit hin, bis es zu einem wirklich ausgewogenen Zustand in Sachen Betriebssystemen kommt. Windows wird zwar von dem einen oder anderen Bastler ausgetauscht, allerdings sind die meisten Nutzer noch so an ihr Wintel System gewöhnt, dass es Jahre dauern wird, bis sich hier die Zahlen drastisch verschieben. Die Linux Gemeinde kriegt richtig eins vor die Rübe, warum sollte jetzt noch ein Newbie Ubuntu oder Debian ausprobieren, wenn er die Linux Features “open Sauce” (also für Umme) und “1337 cred” (also kein Windoof, weil uncool und kein Mac, weil Yuppie) so einfach haben kann? Das war’s aber auch schon, schade drum.

    Meiner Meinung nach wird sich das Chrome OS seine Nische suchen, es wird sicherlich per USB zu booten sein, also leicht auf einem USB Stick mitzunehmen sein. Es ersetzt aber für zumindest die nächsten paar Jahre weder Windows noch Mac OS, da die andauernde Konnektivität (die für die Webapplikationen im OS notwendig ist) leider noch Wunschdenken ist. Native Applikationen sind in den meisten Fällen heute auch bei schneller (Kabel!) Verbindung noch nicht zu ersetzen, daher wird es on the go noch ein wenig länger dauern.

    Auf lange Sicht können auch die anderen Anbieter mit solchen Punkten punkten, vielleicht ist die 20% time bei Google bis dahin auch Vergangenheit. Bei 3M hat sie zumindest nur ein paar Jahre durchgehalten (dafür gab es Post its und undurchsichtige Laptopfolien, immerhin!). Den Jungs in Mountain View ist es zu gönnen, aber nur, wenn sie mich mal in die Kantine einladen. So einen Krusty Burger wollte ich immer schon mal essen:

    krusty burger

    (ja, es ist ein Donut, ja, gibt es wirklich bei Google in der Kantine)

  • links for 2009-07-08