Category: Entrepreneurship

  • Design von Pitch-Präsentationen

    Bei der Vorbereitung von Finanzierungsrunden müssen Gründer immer wieder ihre Story erzählen. Das Wichtigste bei der Unternehmensvorstellung sowohl auf Veranstaltungen als auch in Meetings mit Investoren ist in schnell geklärt:

    • Kurze, klare Vorstellung der Firma und des Geschäftmodells. Kurz und prägnant sollten die Grundlagen erklärt werden.
    • Kurze Einführung in die Problematik der Kunden und eine Erklärung der Lösung. Am besten ist es, wenn der Zuhörer sich so in die Lage des Kunden versetzen kann und die Lösung versteht. Idealerweise ist diese natürlich auch auf geschäftlicher Seite genial gestrickt (wirklich innovative Geschäftsmodelle sind selten, aber hochinteressant).
    • Darstellung von Metriken, die die Firmen bereits einsetzen oder planen. So können die wichtigsten Stellgrößen demonstriert werden, natürlich in Verbindung mit der passenden Herleitung und Signifikanz für das Unternehmen. Wichtig auch für die Finanzplanung.
    • Vergangenheit und Zukunft. Oft wird vergessen, neben der Vision auch die bisherige Entwicklung zu demonstrieren. Diese gibt aber oftmals einen viel besseren Einblick in die tatsächliche Qualität und Motivation des Teams. Hier macht auch eine Beschreibung der Hintergründe der Gründung Sinn.
    • Formelles. Team, Bestehende Gesellschafter, Finanzierungsbedarf und Zeitplanung der Finanzierungsrunde.

    Wenn diese Themen enthalten sind, kommt man schon ein ganzes Stück weiter. Dass man dann noch ein wenig auf das Design der Slides und ein gebügeltes Hemd achtet (Presentation Skills sind natürlich vollkommen egal), ist ja wohl logisch.

    Eine gute Präsentationen zum Thema von Hiten Shah (Kissmetrics), die Pitch-Präsentation von Mint.com:

    Auch gut: “How to give a VC a hard on” von Dave McClure, der schöne bunte Blogposts schreibt und dessen Präsentationen zum Thema Metrics alles toppen, was es gibt.

  • Ich bin im Fernsehen!

    Ein Shotgun-Interview mit meiner Wenigkeit bei den Live Shopping Days im Januar zum Thema e-Commerce.

    Viele Ähs und Ausserdems, ansonsten hab ich zum Glück nicht so viel Quatsch erzählt.

  • Groupon oder Location?

    Gerade bin ich auf Twitter durch Martin Weigert auf eine interessante Frage gestoßen: Sind Location-based Services oder Groupon Clones momentan der größere Hype? Ich glaube, das ist relativ einfach zu beantworten.

    Groupon und seine Nachahmer machen mit gefühlt limitierten Sonderangeboten gute Umsätze mit Coupons für Restaurants und Service-Angebote. Das Geschäftsmodell ist interessant, da man mit negativem Kapitaleinsatz (Kunden zahlen, bevor die Leistung erbracht wird) neue Möglichkeiten in Sachen Finanzierung finden kann. Insgesamt ist es aber keine grundlegende Innovation – Gutscheinbücher existieren schon lange und werden so nur ergänzt, nicht verdrängt (wo ist eigentlich der Groupon Klon der Gutscheinbücherverlage?).

    Das einzige Pendant zu Ortsbasierten Services wie Foursquare (ich “checke” bei einzelnen Orten ein, um meinen Freunden mitzuteilen wie cool ich bei Starbucks Kaffee trinke) ist eine Postkarte. Daher würde ich hier schon viel eher von einer echten Innovation sprechen: Die neuen Technologien, die endlich anwendbar sind (GPS, mobiles Internet, etc.) ermöglichen diese Art von Interaktion erst heute, auch wenn die Ideen dazu schon vor einiger Zeit auf dem Markt waren (Bluetooth-versehene Plakate und lokale Werbung zum Beispiel). Geschäftsmodelle, die hiermit möglich sind, werden so sicherlich noch viele Blüten tragen, man kann von einer ganzen neuen Generation von Startups ausgehen. Da ist die Hoffnung beim Couponing eher begrenzt (zugegeben, eine ganze neue Generation gibt es da auch schon).

    Interessant sind jedoch auch beide Ideen in Kombination. Es geht nicht unbedingt um Gruppenkauf oder Massen-Checkin, sondern vielmehr um die Möglichkeiten die traditionelle Gutschein und Treuemodelle bieten. Im Prinzip sind nämlich sowohl Groupon als auch Foursquare reine ortsgebundene Werbemaßnahmen. Das haben vor ca. 2 Jahren schon ein paar gute Jungs versucht, aber Timing ist eben alles.

  • Viele, viele VC Deals in Deutschland könnten ungültig sein

    Mein Kollege Christian hat eine Übersicht zur Problematik der deutschen Fusionskontrolle bei VC-Deals.

    As hardly any VC deal has been sent to the competition authorities for approval most of the big done deals are null and void. Hence, under German law the VC never became the owner of the shares. The shareholder agreement is just as null and void as the transfer or issuance of new shares to the VC.  In return the VC can only require the target to re-transfer his investment. Good luck with that. Or to put it in other words: Violating the ARC can lead more often than not to a complete write-off of the investment.

    via Mus’ musings on M&A, PE, VC and the law » German Merger Control hits VC Industry.

    Ich bin kein Anwalt, aber so wie er es mir erzählt hat, müssten einige Firmen sich das mal ansehen.

  • Schnelle Finanzierungsrunden und Gründer vs. VCs

    Eine schnelle Finanzierungsrunde ist möglich

    Heute habe ich einen Anruf von einem befreundeten Gründer bekommen, der für sein neues Startup einen Vorvertrag (Term Sheet) von einem Investor angeboten bekommen hat. Es ging um einige inhaltliche Themen, die relativ einfach zu klären waren, aber mir ist eine Besonderheit aufgefallen: Der Notartermin war sehr zügig angesetzt, so dass dem Gründer nicht viel Zeit blieb, sich noch großartig nach anderen Investoren, ausführlichem Rat oder Verhandlungsmasse umsehen konnte.

    Aus meiner Sicht ein schlauer Schachzug der Investoren: so bleibt ein langes Verhandeln und das “Term Sheet Shopping” (sie Suche nach besseren Angeboten, die man Gründern gerne empfiehlt) außen vor, gleichzeitig werden Grundzüge der Zusammenarbeit und Erwartungen frühzeitig etabliert: Es geht um schnelle Entscheidungen, Exekution unter Stress und die Fähigkeit, hierbei den Kopf zu behalten. Da die Terms, in welche ich Einsicht hatte, human und auch in einer angenehmen Sprache formuliert waren (klare Verträge – klare Erwartungen), kann ich zum Angebot gratulieren und hoffe, dass sich eine tolle Firma entwickelt.

    Unterschiedliche Interessen von Gründern und Investoren

    Gründer und Investoren haben in solchen Situationen oftmals unterschiedliche Motivationen. Gründer wollen die Runde so schnell wie möglich schließen, um sich wieder dem operativen Geschäft zu widmen. Wenn sich damit die vorgestellten Terms (Bewertung und Summe der Finanzierung) bedienen lassen, ist alles gut. Wenn die Vorstellungen auseinander gehen, versuchen Gründer selbstverständlich, konkurrierende Angebote einzuholen, um den Wert zu heben. Wenn sich hingegen ein Bieterkampf entwickelt, lässt sich möglicherweise der Preis nach oben treiben und gleichzeitig eine schnelle Runde realisieren, so etwas habe ich allerdings (vor allem im early stage Bereich) noch nicht oft erlebt.

    Investoren wollen schnell unterschreiben, wenn die Konditionen gut sind (ergo schlechter für die Gründer). Daher war die Nachfrage sicherlich angebracht. Hinzu kommt, wie im beschriebenen Fall, oftmals auch eine Ablehnung gegenüber langen Prozessen und Bürokratie. Das finde ich persönlich sehr angenehm und gerade in der Seedphase vernünftig. Wenn die Firma sich schon etwas weiter entwickelt hat, kommt es für die Investoren allerdings auf andere Faktoren an, als vor oder kurz nach der Gründung. Die Persönlichkeit der Gründer spielt noch immer eine große Rolle, der Erfolg der Firma ist jedoch schon besser zu messen. Da sich diese Entwicklung am besten über Zeit beobachten lässt, möchten Investoren in solch einem Fall gerne ein paar Wochen oder gar Monate zuschauen, wie sich die Versprechen der Gründer halten lassen.

    Schick mir doch mal deinen Businessplan

    Das ist auch der Grund dafür, warum Investoren Gründer nach ihrem Businessplan fragen, dann aber doch ganz schnell absagen, weil die Idee oder Firmenphase noch “zu früh” sind. Das Angebot, in Kontakt zur Entwicklung zu bleiben, ist dann keine leere Phrase, sondern Teil des beschriebenen Prozesses: wenn sich alles gut entwickelt, können auch größere Investoren schnell und klar zur Zusage und dem Abschluss der Runde kommen. Das Beobachten ist dann vor den “offiziellen” Prozess gerutscht, und der Investor hat bereits eine gute Einsicht in die Firma und möglicherweise regen Kontakt zum Gründer. Hier kommt es oft zu Missverständnissen auf beiden Seiten: Gründer verstehen die Nachfrage als leere Geste (“der hat meinen Plan noch nicht mal gelesen”) und melden sich nicht mehr zum Fortschritt, Investoren sind auf vielen Fronten beschäftigt und kommunizieren dieses Vorgehen manchmal nicht ganz klar.

    Gründer vs. VCs? Nein.

    Zum Glück sind Gründer und Investoren oftmals Early Adopter und an der vordersten Grenze neuer Entwicklungen unterwegs. Im konkreten Fall bedeutet das, das sowohl Gründer als auch die Venture Capitalists Ihre Meinung oft und gerne in all den schönen neuen Medien zum besten geben. So wird die “Black Box” VC ein wenig entschärft und beide Seiten können sich klarer verständigen und die jeweiligen Gedankengänge verstehen. Da ich nicht der erste bin, der diese Debatte anstößt, hier eine kurze Übersicht zu Blogs und Artikeln, die Gründern eine bessere Einsicht ins Thema gewähren:

    • Fred Wilson: unter aVC.com bloggt Fred Wilson sehr viel und sehr offen über seine Tätigkeit als VC bei Union Square Ventures (Investments z.B. in Tumblr und Twitter und wirklich allen heißen Social Media Themen). Das meistgelesene und ehrlichste VC-Blog, das vielen anderen als Vorbild dient.
    • Fred Destin: der europäische Fred, der für Atlas Venture in Boston investiert. Seine Beiträge sind seltener, dafür sehr viel tiefgängiger, sein letzter Post über die momentane Situation der VC-Szene ist absolut lesenswert. Destin hatte vor einiger Zeit eine ausführliche Auseinandersetzung zum Thema Gründer gegen VCs auf Techcrunch diskutiert.
    • Ask The VC wird von Brad Feld und Jason Meldelson geschrieben (Brad Feld’s Blog ist auch empfehlenswert). Beide haben die Foundry Group gegründet, ein VC-Fonds, der eine interessante Investmentthese hat. Wie der Name verrät, werden bei Ask The VC Fragen zu Venture Capital und Startups beantwortet.
    • Paul Jozefak bloggt sehr offen und ohne Umschweife über seine Investmentthesen und generelle Fragen zu Startups. Empfehlenswert, da einer der wenigen wirklich aktiv bloggenden VCs in Deutschland.
    • Venture Hacks hat “good advice for startups”. Nuff said.
    • Rechtliche Hinweise in Deutschland haben zum Beispiel mein Kollege Christian Musfeldt (VC Recht für beide Seiten) und Rechtsanwalt Konstantin Ewald (Spielerecht) von Osborne Clarke. Beide noch recht frisch, aber beide mit hochinteressanten Themen, die noch viele Möglichkeiten zum Verständnis bieten. Leser motivieren zum Schreiben, also beide abonnieren!

    EDIT: Zu diesem Thema hat mich meine Ex-Kollegin Jana (am Lehrstuhl für Entrepreneurship und Technologie-Kommerzialisierung) motiviert, die auf den Artikel “why VCs are such a bad date” hingewiesen hat. Danke dafür.

    Stefan Voskoetter hat auch noch auf das wundervolle Blog “Both sides of the table” von Mark Suster hingewiesen. In der Seitenleist findet Ihr noch weitere interessante Blogs, die sich mit den Themen VC und Tech beschäftigen.

  • Portfolio-Theorie mal anders

    This exchange fund was created to allow First Round Capital entrepreneurs to contribute a small piece of the stock they own in their company  — and share in the upside of all the other companies.

    via Redeye VC: Sharing and Exchanging….

    Eine tolle Idee, um das eigene Portfolio zu stärken und die Gründer untereinander zu vernetzen. Durch ein einfaches opt-in System (es machen nur die mit, die wollen) sind viele Probleme direkt geklärt.

    Eckpunkte sind natürlich Bewertung, Abwicklung, Steuern, etc., aber diese Themen lassen sich bei beinahe 70 Firmen wohl als Transaktionskosten verbuchen. First Round war übrigens auch die VC-Gesellschaft mit dem coolen Weihnachtsvideo.

  • Heavy User sind die beste Vorhersage

    Ein würdiges Zitat zum Jahresanfang:

    Amazon and the Kindle have killed the bookstore. Why? Because people who buy 100 or 300 books a year are gone forever. The typical American buys just one book a year for pleasure. Those people are meaningless to a bookstore. It’s the heavy users that matter, and now officially, as 2009 ends, they have abandoned the bookstore. It’s over.

    When law firms started switching to fax machines, Fedex realized that the cash cow part of their business (100 or 1000 or more envelopes per firm per day) was over and switched fast to packages. Good for them.

    via Seth’s Blog: It’s not the rats you need to worry about.

    Es geht hierbei natürlich darum, wie wichtig die Heavy User für ein Geschäftsmodell an sich sind. Bei vielen Modellen sind sie diejenigen, die gleichzeitig unnatürlich hohe Kosten verursachen. Wenn also per Abo oder Flatrate abgerechnet wird, ist ein Paradigmenwechsel nicht ganz so dramatisch wie bei Volumenmodellen.

    Ein gutes Beispiel ist im TK-Bereich zu finden: große Firmen bauen um auf VOIP-Anlagen, um Telefonkosten zu sparen. Bei kleineren Firmen sind die Telefonkosten insgesamt zu vernachlässigen, in größeren Konzernen sieht das anders aus. Die Telefongesellschaften verlieren ihre besten Kunden (Großer Kunde = wenig Aufwand, hoher Umsatz) und müssen schließlich selber die Preise senken bzw. Alternativen anbieten.

    Die Telefonpreise sind unten und mittlerweile fast vollkommen auf Flatrates umgestellt. Bei den niedrigen Minutenpreisen ist es für die Anbieter meist günstiger, ein ordentliches Dauerschuldverhältnis aufzubauen, als sich einen Preiskampf im Detail zu leisten.

    Eine kleine Vorhersage für 2010: das Festnetz wird noch unwichtiger, VOIP kommt auf Smartphones und Datenflatrates werden als Alternative zum DSL-Anschluss noch interessanter. Early Adopter haben es vorgemacht, die Masse wird ebenfalls in diese Richtung gehen (Ausnahmen 100mBit DSL, Heimkino, etc.).
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    Sonst so? Werde ich öfters mal Zitate bloggen und meine Meinung dazu sagen. Meine Shared Items (–>) liest nämlich eh keiner. Da ich mich von Buchstaben ernähre, macht das Ergebnis vielleicht sogar was her.