Author: Philipp

  • Fragen, fragen, fragen!

    Chris Dixon ist so etwas wie der neue Starblogger für viele VCs und Gründer. Er hat unter anderem Skype mitfinanziert, Siteadvisor an McAfee verkauft und mit der Flickr-Gründerin Catharina Fake Hunch gegründet. Seine Posts sind sehr offen und informativ, vor allem durch seine Kenntnis beider Seiten – er war schließlich erfolgreicher VC und Gründer (eine eher ungewöhnliche Reihenfolge). Durch einen Link von Martin von Netzwertig kam ich auf einen etwas älteren Post von ihm, in dem er unterstreicht, wie wichtig das Fragen stellen ist, um im Leben voran zu kommen:

    The guy sitting next to me was a business school student who spent most of the dinner talking about how he was trying to get a job in venture capital.  He never bothered to ask me what I did for a living and I never mentioned it.

    Auf einer Veranstaltung der EBS vor einigen Wochen habe ich mit einem Studenten gesprochen, der mich im Gegenteil zu dieser Anekdote mit Fragen gelöchert hat. Er war sich nicht sicher, ob er alles richtig gemacht hat, ob er weiter in die Richtung Entrepreneurship arbeiten sollte und ob denn die EBS die richtige Uni dafür wäre. Ich denke, er hat alles richtig gemacht, denn er hat die Fragen gestellt, die Ihn gelöchert haben, er hat sich selber nicht für allwissend gehalten und er hat sein Umfeld nicht vergessen. Fragen ist der einzige Weg, an die Antworten zu kommen, die man nicht hat.

    Wie funktioniert das? Frag einfach.

  • Back in Business

    Vor meiner einwöchigen Erkältung der fiesen Art war ich zu allem Übel auch noch sonst ziemlich busy. Jetzt bin ich wieder fit und es wird wieder aktuell.

    Zusätzlich habe ich nun eine Werkstatt im Keller, was für den Winter eine willkommene Abwechslung sein wird. Mit Max zusammen habe ich schon die ersten beiden Projekte begonnen. Das Bücherregal wird ein Knaller.

  • Flohmarkt macht das Leben leichter

    Ich finde Flohmärkte eigentlich ziemlich ätzend – man bringt eh nur Schrott mit nach Hause, den man dann nie wieder benutzt, anzieht oder aufhängt. Als GTD (getting things nach draußen) – Methode sind sie allerdings super. Seit drei Jahren miste ich also im Sommer alles aus, das ich seit 6 Monaten oder länger nicht mehr angezogen, angeschaut oder benutzt habe. Da kommt einiges zusammen – ob leider oder zum Glück sei dahin gestellt. Das Ausmiste-Mindset muss man sich allerdings erst angewöhnen, ein “ach, das könnte ich doch noch mal zum…” ist hier der größte Feind. Der zweitgrößte Feind ist der Begriff Karneval. Also, alles raus.

    Beim Flohmarkt selbst muss man einfach nur früh genug da sein (Freitags früh Platz reservieren, Samstags um 6 da sein) und sich dann auch von seinen Sachen trennen können. Wenn man sich von fliegenden Teppichhändlern nicht beeindrucken läßt, die einem 50 Cent für eine ordentliche Jeans geben wollen (8 Euro müssen da schon drin sein), bleibt auch die Laune gut. Jemand aus dem Bekanntenkreis sollte noch freiwillig Kaffee oder Kuchen vorbeibringen (danke Ale!), dann ist es perfekt.

    Wir haben pro Nase einige Hundert Euro verdient, gar nicht so übel für einen sonnigen Nachmittag im Grünen.

    Anmeldungen zum Workshop “Flohmarkt 2010” werden per Kommentar angenommen.

  • Die Suche nach dem passenden Business Angel

    Ich habe heute eine recht lange Email an einen Gründer geschrieben, der gerade versucht, seine Firma aufzubauen. Dabei gestaltet sich die Suche nach einem Investor recht schwierig, da das Unternehmen in einer recht speziellen Nische unterwegs ist. Um meine Zeit quasi zu verdoppeln, recycle ich diese Email nun also zu einem Blogpost. Es gibt natürlich keine “absolute truths”, wie man einen geeigneten Investor findet, hier jedenfalls meine 2 Cents:

    […] das Beste ist in so einem Szenario, einen BA aus dem Zielumfeld zu finden. Damit meine ich jemanden, der entweder selber einmal Nutzer gewesen sein könnte (oder ist) oder der sich in dem Bereich aus anderen Gründen auskennt. Dann kommst du oft neben dem Kapital an Expertise und Kontakte, die dich weiter bringen können. Da Ihr in einem recht speziellen Bereich unterwegs seid, gehe ich davon aus, dass jemand aus dem Team bereits solche Kontakte hat oder leicht Türen aufstoßen kann (Freunde, Professoren, Geschäftspartner,  o.Ä.). In frühen Phasen sind sehr Szene-affine Leute in manchen Fällen bereit zu investieren, auch wenn sie ansonsten wenig Investmenterfahrung haben. Das kann ein guter Schritt sein, um an einige Tausend Euro zu kommen – danach kann man sich gut und mit Nachdruck an kleinere VCs oder größere Business Angels wenden.

    Knackpunkt ist, dass jemand das Business von Grund auf verstehen muss, um die Möglichkeiten in der Zukunft zu sehen. Fachfremde können das am besten, wenn es bereits einige Kunden und Partner gibt, die dem Geschäft ein wenig Momentum verleihen. So investieren die meisten VC-Gesellschaften, da sie nun einmal besser mit belastbaren Zahlen umgehen können als mit großen Visionen in Bereichen, wo sie sich nicht gut auskennen. Der BA mit Expertise kann diese Lücke manchmal ideal schließen. Als ersten Angel empfehle ich dir also jemanden, der wichtige Einsichten im Bereich eures Unternehmens weiter geben kann und somit die Erfolgswahrscheinlichkeit erhöht. Wenn dazu noch einiges an Geld kommt, ist das natürlich perfekt. Damit nimmst du auch die erste Hürde beim potentiellen professionellen Investor, denn solche Kontakte sind nicht nur operativ wichtig, sondern auch ein wichtiger “people” Faktor. Der erste Investor und Partner wird nämlich immer als Referenz bei der Due Diligence herangezogen – er kennt schließlich Team und Business aus der Investorensicht. Wenn er dabei (bei guter Erfahrung mit dem Team) die Wissenslücke beim Investor glaubwürdig schließen kann, hat er seinen Job gut gemacht.

    Das setzt natürlich voraus, das es auf operativer Seite glatt läuft – auch hier kann jemand aus der “Szene”, in der Ihr euch bewegt, realistischer abschätzen, ob das Business an sich Sinn macht.

    Wenn jemand dazu Einsichten oder Kommentare hat, freue ich mich natürlich. Shoot off in den Kommentaren.

  • links for 2009-09-10

  • Baconfiles schlägt mehrere Fliegen mit wenigen Klappen

    Baconfiles ist ein neue Projekt von Leah Culver (Ex-Pownce, verkauft an Six Apart) und Wilson Miner (Mit-Entwickler von Django und Designer der Apple Homepage). Ich bin begeistert von vielen kleinen Designentscheidungen, die den Entwicklern das Projekt um vieles einfacher machen. Hier ist wirklich “weniger ist mehr” zur Maxime gemacht worden und das Ergebnis ist hochinteressant.

    Baconfiles ist eigentlich lediglich ein Interface, um Dateien in den S3-Speicher von Amazon (eine unendlich erweiterbare “externe Festplatte für Server”)  zu laden. Dort sind sie dann wie ein öffentlicher Dateispeicher zur Verfügung gestellt, man kann die Dateien ordnen, beschreiben und direkt per Twitter veröffentlichen. Da interessante dabei ist, dass die Dateien der Nutzer in den jeweils eigenen S3-Account (EDIT: in den eigenen, persönlichen Account des Nutzers) geladen werden, anstatt den des Unternehmens. So spart sich das Team auf zwei Seiten Kopfschmerzen:

    1. Man braucht keine Speicherkosten für die hochgeladenen Dateien der Nutzer tragen
    2. Jegliche rechtlichen Fragen in Sachen Zulässigkeit und Eigentum der Dateien liegen beim Nutzer anstatt der Firma

    So kann die Firma ein Produkt umsonst baconfiles screenshotanbieten, welches anders große Kosten an Speicher verursacht hätte. Zusätzlich ist Signup und Nutzeridentifizierung durch den S3-Account gelöst, ohne dass es einen langwierigen Prozess gibt. Interessant finde ich das vor allem, weil es ein gutes Beispiel für ein Side-Project ist, welches keinen großen Aufwand an Programmierung gekostet haben dürfte, dennoch viele Möglichkeiten bietet. Die API führt zusätlich zu neuen Möglichkeiten, so ist zum Beispiel bereits ein File-Dropper für Mac OS entwickelt worden, in den man auf dem Desktop einfach seine Dateien ziehen kann, so dass sie im Speicher auftauchen. Wenn man dieses Produkt weiter denkt, gibt es viele Möglichkeiten, im Prinzip beschreibt es “externe Festplatte in Internet” aber am besten.

    Es gibt auch viele ähnliche, schönere, kompliziertere und besser ausgestattete  Produkte, mich fasziniert hier einfach die simple Herangehensweise. So kann man ganz einfach ein kleines Projekt starten, ohne dass die Kosten oder der Aufwand einen erschlagen. Das “Blog” ist zum Beispiel einfach ein Twitter Account, was allein sicherlich ein paar Stunden Arbeit und Aufwand spart. Das Nutzen von S3 für solche Projekte kann eine tolle Lösung sein, die hoffentlich Schule machen wird. Auf diese Weise ist zumindest das FREE Problem halbwegs elegant erledigt.

  • Eric Schmidt tritt aus Apple’s Aufsichtsrat zurück

    Siehe Original Pressemeldung bei Apple – Dr. Eric Schmidt Resigns from Apple’s Board of Directors:

    Unfortunately, as Google enters more of Apple’s core businesses, with Android and now Chrome OS, Eric’s effectiveness as an Apple Board member will be significantly diminished, since he will have to recuse himself from even larger portions of our meetings due to potential conflicts of interest.

    Das war eigentlich nur eine Sache der Zeit, nun können sich beide Firmen voll und ganz der eigenen Strategie widmen. Schmidt hatte durch seinen Platz im Aufsichtsrat immer ein seltsames Gefühl hinterlassen. Möglicherweise ist dadurch erst die enge Zusammenarbeit in Sachen iPhone zustande gekommen (native Applikationen wie YouTube und Google Maps waren Anfangs ein zielicher Schocker).

    In den letzten Wochen gab es wegen verschiedener strategischer Vorstöße auf beiden Seiten dann immer größere Probleme. Das Fiasko um die Ablehnung der Google Voice Applikation aus unerklärten Gründen war dann wahrscheinlich der Tropfen, der das Fass… und so weiter. Schliesslich fand selbst Marissa Mayer, VP of Search bei Google, das nicht so witzig.