Author: Philipp

  • Konzerne und Startups

    Startups play poker, large companies play chess – Don Dodge

    Dieses Zitat will mir nicht mehr aus dem Kopf. Es ist jedem klar, dass es großen Konzernen nicht möglich ist, einfach etwas Neues auszuprobieren und die Richtung zu ändern. Im Gegenteil, durch die eigene Macht und Vernetzung sind Konzerne meist nicht in der Lage, selbst offensichtliche und logische Schritte zu machen. Die Ergebnisse sind einfach zu sehen und wiederholen sich ständig:

    Opel kann beinahe nicht aus eigener Kraft gesund schrumpfen, da Verträge und Gesetze verhindern, dass Angestellte freigestellt oder anders(wo) eingesetzt werden. Ähnliches lässt sich bei den großen US-Autobauern beobachten, obwohl die Regularien weitaus lockerer sind. In Deutschland gibt es in vielen großen Unternehmen Auffanggesellschaften, in denen ehemalige Mitarbeiter lediglich ihr Gehalt ausgezahlt bekommen. Unternehmen wie die Deutsche Telekom haben somit zwar ihr Kerngeschäft verschlankt und bekommen für die zusätzlichen Angestellten Steuervergünstigungen, die Entscheidungsfindung ist durch solche Lösungen jedoch nicht vereinfacht.

    Momentan sind es vor allen Dingen Medienfirmen, die sich an die neuen Geschäftsmodelle im Internet nicht so einfach gewöhnen können, wie es sich manch einer wünscht. Damit meine ich nicht nur die Eigner dieser Firmen, sondern auch diejenigen, die sich tolle Strategien ausdenken, wie denn die Medienwelt nach heutigem Muster in die nächste Generation zu retten ist.

    Im Studium habe ich durch meine Kurswahl bedingt mehrfach und tiefgehend das Thema Innovation behandelt, heute bin ich täglich mit den reellen Ursachen und Auswirkungen der Schumpeterschen “Creative Distruction” konfrontiert. Das Resultat ist ganz einfach: es gibt eine revolutionäre Erfindung oder Verbesserung, die bisherige Arbeitsweise wird zerstört und an seine Stelle tritt ein neues, frisches Modell, das mit dem Schritt der Zeit mithalten kann.

    Startups spielen Poker – all die kleinen Firmen, die sich an den neuen Modellen probieren, haben keine Mengen an Kunden zu verlieren und werden keine Brücken verbrennen, wenn sie etwas neues ausprobieren. Wie ein Pokerspieler stehen sie alleine da und müssen es durch wohl überlegte Wetten schaffen, die anderen zu überleben. Dabei müssen sie immer gut aufpassen, dass die eigenen Chips noch für die nächste Runde reichen, sonst ist es vorbei. Konzerne haben ihre Spieler vorsichtig positioniert und aufgestellt, jede Figur schützt eine Andere. Es hat lange gedauert, diese Positionen zu finden – der Verlust einer Einzigen kann Auswirkungen haben, die bis zum Schachmatt reichen. Jeder Zug dauert lange und ist gut überlegt.

    Es ist wichtig, diese Arbeitsweisen nicht zu vergessen und sich im klaren zu sein, warum die Großen manchmal – auch zu Ihrem eigenen Schaden – nicht so reagieren, wie es sich manch einer wünschen würde. Selbst wenn die bessere, einfachere Lösung von einem kleinen Unternehmen praktischer, günstiger oder einfach besser ist, können sich große Firmen nicht dafür erwärmen. Was aber noch viel anstrengender für Menschen ist, die aus kleinen Firmen kommen: die Großen brauchen meistens eine gefühlte Ewigkeit, um eine Entscheidung zu fällen – und selbst dann ist es meistens nur ein “ja, aber”. Man kann sich eben nicht leisten, einzelne Figuren zu verlieren.

    Startups: spielt Poker mit anderen, die es verstehen. Wenn Ihr euch auf eine Partie Schach einlassen müsst, nehmt euch Zeit und überlegt gut, wie Ihr euch positioniert – Ihr fangt meistens mit weniger als 16 Figuren an.

  • 3Gs gewinnt gegen Palm Pre, Android. Schade.

    Das alte 3G ist endlich futsch

    Nach einer langen und komplizierten Beziehung mit meinem alten iPhone 3G habe ich mir vor ca. einem Monat ein neues Handy zugelegt. Ich habe lange überlegt und getestet, ob ich wieder ein iPhone kaufen soll, da mich so einiges daran wirklich nervt (iTunes ist mein meistgehasstes Programm). Vor allem hat mich Android angelächelt, da die Telefone mit dem Google Betriebssystem wirklich etliche Möglichkeiten bieten, mit der Software herum zu spielen. Das Palm Pre, das mittlerweile in Deutschland rausgekommen ist, hatte ich her nebenher betrachtet, weil es so kleine Tasten hat und meine Finger nicht sehr filigran sind (Muckis und so).

    Nun hab ich ein 3Gs und muss sagen, dass ich die Entscheidung überraschenderweise nicht bereue. Der Prozessor ist ungefähr doppelt so schnell wie im alten iPhone, die Kamera funktioniert einwandfrei (und ich kann wieder mit unnötigen Fotos nerven) und an den ganzen anderen Kram hab ich mich eh schon gewöhnt.

    Der Vorsprung von Apple und die Kohle von Google

    Die anderen beiden (Palm und Android) werden es erst einmal schwer haben, die 2 Jahre Vorsprung von Apple in diesem Bereich aufzuholen.

    Mittlerweile sehe ich noch ca. 1 Jahr Unterschied zwischen Apple und Android, insbesondere, weil Google massenweise Kapazitäten zur Entwicklung freistellt. Das sieht man zum Beispiel an der Reaktion auf die Navigationslösung von Google Maps im neuen Android – die Ankündigung genügte, um TomTom und Garmin mal eben 15 und 20 Prozent vom Aktienkurs abzuschneiden. Die vielen Gerätehersteller, die mittlerweile auf Android setzen, leisten teilweise erstaunlich ordentliche Geräte und auch die Applikationen kommen so langsam ins Rollen. Android wird also ganz sicher erst einmal nicht vom Markt verschwinden.

    Palm ist wohl bald raus.

    Palm hat da ein größeres Problem, denn sie haben keinen Berg von Werbeumsätzen bei der Bank liegen. Im Gegenteil, sie mussten im Dezember letzten Jahres ca. 100 Millionen Dollar aufnehmen, um überhaupt noch im Geschäft zu bleiben. Schon vorher hat Elevation Partners für 350 Millionen ein Viertel der Firma gekauft und dabei unter anderem das Management ausgetauscht. Dieses neue Management (viele ehemalige Apple-Mitarbeiter) hat es zwar geschafft, ein ordentliches neues Betriebssystem zu zaubern, leider überzeugt das Pre jedoch nicht so stark, dass es dem iPhone in seiner jetzigen Inkarnation Paroli bieten könnte. Mir gefällt viel am “WebOS”, zum Beispiel können mehrere Applikationen zugleich laufen, die Navigation ist sehr intuitiv und auch das Design ist echt schick. Auch die Hardware ist nett, auch wenn die Tastatur mir etwas zu klein und das Gehäuse zu Plastik-ig ist. Wäre Apple nicht mit 2 so starken Folgegeräten zum ersten iPhone gekommen, wäre Palm nicht so weit abgeschlagen. Mit 2 Jahren Entwicklungs-, Kunden- und Marktvorsprung wird es für Palm jetzt aber extrem schwer.

    Konkurrenz belebt das Geschäft

    Genau das habe ich noch vor 3 Wochen nicht ganz so eindeutig gesehen. Nachdem ich aber einen Tag mit dem Palm Pre verbringen durfte konnte, da ich es an unsere IT-Infrastruktur anpassen musste, ist der Abstand zum 3Gs eindeutig klar geworden. Ich hoffe, Palm hat noch genug Atem, um ein paar neue Geräte heraus zu bringen. Nach einigen Iterationen könnte es wirklich zu einer Alternative werden, wie Motorola mit dem Droid sie nun anzubieten scheint. Mal sehn.

  • Google Chrome ist mein standard Browser

    Ich bin ja eigentlich ein großer Fan von Firefox, weil man nun wirklich alles bis auf den letzten Winkel an seine eigenen Vorlieben anpassen kann. Neben den üblichen Browser-Funktionen nutze ich Firefox mittlerweile unter anderem als FTP-Manager (FireFTP), Texteditor, Musikplayer (Songbird), und mehr. Vor allem die fehlenden Erweiterungsmöglichkeiten haben mich am Anfang davon abgehalten, Google’s Chrome wirklich ausdauernd zu nutzen.

    Die zusätzlichen Funktionen von FF sind aber gleichzeitig auch sein Fluch: der Browser braucht selbst auf einem starken Desktop PC mehrere Sekunden, bis er gestartet ist und reagiert. Chrome ist selbst auf meinem Netbook innerhalb weniger Augenblicke voll funktionsfähig. Gerade wegen des etwas schwachen Prozessors auf dem Netbook bin ich recht früh zu Chrome gewechselt, auch wenn einige Funktionen gefehlt haben. Mittlerweile gibt es Extensions und Bookmark-Synchronisation (elegant in Google Docs), also habe ich gewechselt.

    Folgende Funktionen sollte man sich als geplagter Firefox-Nutzer einmal näher anschauen:

    • Sehr schneller Start des Browsers
    • Menus und Rahmen nehmen durch smartes Design nur wenig Platz in Anspruch (insb. auf den Netbook)
    • Die schwebende Bookmark-Leiste ist nur bei neuen Fenstern und Tabs sichtbar und spart Platz.
    • Bookmarks können nun auch synchronisiert werden (in einen Google-Account). Das ist mir wichtig, da ich täglich an mindestens 2 verschiedenen Rechnern sitze.
    • Adsweep ersetzt das nützliche Adblock Plus für Firefox. So kann man surfen, ohne andauernd von brüllenden Flashvideos unterbrochen zu werden.
    • “Pin Tabs” lässt einzelne Tabs ganz links minimieren, so dass nur ein Favicon zu sehen ist. Gmail, Twitter und Reader können so bequem offen, aber aus dem Blickfeld gelassen werden.
    • “Anwendungsverknüpfungen” erlaube das Anzeigen einer Webapplikation wie Gmail in einem eigenen Fenster, platzsparend ohne Navigationselemente. Ich nutze so vor allem den Task Manager von Gmail, mittlerweile sogar in einer erweiterten Version.
    • Die Architektur erlaubt das schließen von Prozessen in einzelnen Tabs bzw. Websites. So stürzt nicht der ganze Browser ab, besonders bei Reader-Sessions mit 30 gleichzeitig offenen Tabs.
    • Die Ressourcen nehmen nicht bis zu 1,5 GB RAM in Anspruch, wie in Firefox durchaus üblich. Wieder mal gerade auf dem Netbook interessant.

    Fazit: Ladet euch die Dev-Channel Version (so etwas wie eine Beta) des Browsers herunter und spielt ein wenig mit den neuen Funktionen herum. Ich bin mittlerweile konvertiert, einzig die Mausgesten aus dem Firefox fehlen mir noch ein bisschen.

    Auf Lifehacker gibt es noch einmal eine gute Zusammenfassung in Englisch.

  • links for 2009-10-24

  • links for 2009-10-22

  • Fragen, fragen, fragen!

    Chris Dixon ist so etwas wie der neue Starblogger für viele VCs und Gründer. Er hat unter anderem Skype mitfinanziert, Siteadvisor an McAfee verkauft und mit der Flickr-Gründerin Catharina Fake Hunch gegründet. Seine Posts sind sehr offen und informativ, vor allem durch seine Kenntnis beider Seiten – er war schließlich erfolgreicher VC und Gründer (eine eher ungewöhnliche Reihenfolge). Durch einen Link von Martin von Netzwertig kam ich auf einen etwas älteren Post von ihm, in dem er unterstreicht, wie wichtig das Fragen stellen ist, um im Leben voran zu kommen:

    The guy sitting next to me was a business school student who spent most of the dinner talking about how he was trying to get a job in venture capital.  He never bothered to ask me what I did for a living and I never mentioned it.

    Auf einer Veranstaltung der EBS vor einigen Wochen habe ich mit einem Studenten gesprochen, der mich im Gegenteil zu dieser Anekdote mit Fragen gelöchert hat. Er war sich nicht sicher, ob er alles richtig gemacht hat, ob er weiter in die Richtung Entrepreneurship arbeiten sollte und ob denn die EBS die richtige Uni dafür wäre. Ich denke, er hat alles richtig gemacht, denn er hat die Fragen gestellt, die Ihn gelöchert haben, er hat sich selber nicht für allwissend gehalten und er hat sein Umfeld nicht vergessen. Fragen ist der einzige Weg, an die Antworten zu kommen, die man nicht hat.

    Wie funktioniert das? Frag einfach.

  • Back in Business

    Vor meiner einwöchigen Erkältung der fiesen Art war ich zu allem Übel auch noch sonst ziemlich busy. Jetzt bin ich wieder fit und es wird wieder aktuell.

    Zusätzlich habe ich nun eine Werkstatt im Keller, was für den Winter eine willkommene Abwechslung sein wird. Mit Max zusammen habe ich schon die ersten beiden Projekte begonnen. Das Bücherregal wird ein Knaller.