3 unkonventionelle Bücher über Startups

Ich lese viel – seit ich 5 Jahre alt bin, kann ich nicht genug vom gedruckten Wort bekommen. Mein Ziel ist es mittlerweile, jede Woche ein Buch zu beenden. Ich schaffe es nicht immer, meistens nehme ich 5 bis 6 “angebrochene” Bücher mit in meine langen Wochenenden oder den Urlaub. Dazu kommen Magazine, Zeitungen und Zeitschriften, die ich noch schneller verschlinge – egal zu welchem Thema. Klar, wie gesagt, Blogs lese ich auch viel.

in den letzten 4 Jahren habe ich natürlich besonders viel zum Thema Venture Capital und Startups gelesen. Die folgenden Bücher sind meine liebsten Entdeckungen über Business und Unternehmen, ich kann jedem einen Blick hierein empfehlen. Keines der drei Bücher beschäftigt sich mit Business Plänen oder Fundraising. Es geht viel mehr um die ersten Schritte und das eigene Selbstverständnis als Gründer und Unternehmer.

The Knack – Norm Brodsky und Bo Burlingham

Dieses Buch ist für einen nicht-“BWLer”, wie es so schön heißt, wohl der beste Einstieg in die Welt der Selbstständigkeit. Es geht vor allem um die einfachen Fragen – Die Entscheidung, sich selbstständig zu machen, die grundlegenden Annahmen eines Geschäftes und viele kleine Stories über Erfolge und Fehler. Norm und Bo schreiben eine Kolumne im INC Magazin, das Buch ist eine Sammlung von Artikeln, die in “Street Smarts” erschienen sind. Gerade nach Studium und den ersten Jahren im Job eine erfrischend naiv erklärte Sicht auf die eigene Firma – kein Business-Speak oder Fachchinesisch. Ein tolles Geschenk auch für jeden Kumpel, der da so eine Idee hat, bisher aber nicht richtig voran gekommen ist. Gibt’s hier bei Amazon.

A smart person learns form her mistakes. A wise person learns from other people’s mistakes.

The Monk and the Riddle – Randy Komisar

Dieses Buch habe ich zum ersten mal während meinem Aufenthalt in Florida gelesen, mein Entrepreneurship Professor hat uns hierzu verdonnert. Eine tolle, wenn auch sehr klischeehafte Geschichte über einen Business Angel, der im Silicon Valley zu Geld gekommen ist und nun Startups betreut. Er nennt seine Position “Virtual CEO”, hilft quasi als Ideenfinder und -Verbesserer, wo die Gründer nur Dollarscheine und Privatjets sehen. Das viel zitierte Mantra des passionierten Entrepreneurs ist Zentralthema dieses Buches, die Aussage wird auch sehr deutlich rübergebracht. Es deckt sich mit meiner eigenen Meinung und Erfahrung, dass wirklich passionierte Gründer einen besseren Job machen als “Angestellte mit Anteilen”. Amazon führt the Monk and the Riddle hier.

‘The Monk’ encourages us to consider how we spend our time, not our money.

A Year in the Merde – Stephen Clarke

Eine fast zu nah an der Realität geschriebene Geschichte über einen jungen Engländer, der einen Job in Frankreich annimmt und versucht, in Paris eine Kette Englischer Teesalons aufzubauen. Auf dem Weg gibt es einige französische Affären, Probleme mit Gesetz und Brauch, Frauen und der generellen Gewöhung an ein neues Land. Passend nicht für denjenigen, der einen Teesalon in Frankreich aufmachen möchte (der sollte immer das Gegenteil von dem tun, was Paul tut), sondern für jemanden, der sich an eine neue Kultur gewöhnen muss, will oder soll. Es ist jedenfalls ein unkonventionelles Buch über ein unkonventionelles Startup. Ich glaube, ich habe ganze 2 Stunden dafür gebraucht und mich mehrfach zu Bauchschmerzen gelacht. Amazon.

When in doubt, ask your Concierge.

Google reader shared items –>

Ich habe das Widget für den Google Reader verlängert: Von meinen empfohlenen Artikeln sind links ab sofort jeweils die letzten 10 zu sehen. Es lohnt sich, hier einmal zu stöbern – es ist das Beste, was beim Lesen meiner lieblings-Blogs so auftaucht.
Themen sind schwerpunktmäßig VC, Startups, Finance und Medien, aber auch Sneakers, Reisen, Sport, Aberwitziges und mehr.

Ich habe unserem “Technologie”-Minister geschrieben

Bitte lesen, verteilen, kopieren, wiedergeben und gerne noch einmal an Herrn zu Guttenberg schicken. Seine Emailadresse im Bundestag ist auf seiner Website zu finden. Solange die Worte nicht aus dem Kontext genommen werden, kann mit dem folgenden Text gemacht werden, was Ihr wollt.

Ich habe lange überlegt, ob ich das Anschreiben auch öffentlich machen möchte, denke aber, dass es das wohl wert ist. Wer es nicht mitbekommen hat: die von der Bundesregierung geforderten Internetsperren (zur Bekämpfung von Kindesmissbrauch) sind in ihrer Konzeption nutzlos und ohne weiteres  (ja, ohne Expertenwissen) zu umgehen. Die von mittlerweile über 50.000 Mitbürgern unterschriebene Petition bittet den Bundestag, das Gesetz genauer unter die Lupe zu nehmen, damit nicht ungewollte Konsequenzen entstehen, welche die Freiheit der Bürger Deutschlands ernsthaft beeinträchtigen können.

Es ist einfach, den Gegnern der Petition die Unterstützung der illegalen Aktivitäten vorzuwerfen. Genau dies hat unser Wirtschafts- und Technologieminister getan, wie man in diesem Video (Interview in der Tagesschau) sehen kann. Die Gegner des Gesetzes sind aber, wie sich im Text der Petition zeigt, aus anderen Gründen gegen diese Massnahmen. Es geht vor allem um das langfristige Verständnis des Internet als Massenmedium, der vom Staat hiermit geforderten Kontrolle und der von Bürgern tolerierten Eingriffe in Privat- und Kommunikationsleben. Für mich persönlich gewinnt die Brisanz der Diskussion, da mein berufliches Leben direkt von diesen Entscheidungen beeinflusst werden kann. Schliesslich arbeite ich fast nur “im Netz”.

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Ein Herz für Blogs – Wer sollte bloggen?

Na super. Da macht der Kai diese grandiose Grouphug-Aktion deutscher Blogs, und ich bin mit meinem Blog immer noch nicht aus dem Quark gekommen. Naja, dann muss ich wohl nächstes Mal weiter sein mit meinen Blog-Ambitionen. Es geht darum, seine Liebling-Blogs zu zeigen, um ein bischen frischen Wind in die Feedreader zu bringen.

Welche Deutschen Blogs lese ich also?

Mir fallen nicht allzu viele gute Blogs ein, vor allem, weil ich hauptsächlich Techblogs lese, die mit meinem Job zusammen hängen. Klar, das ist gleichzeitig auch mein absolutes Lieblingsthema, und ich würde gerne ein paar coole deutsche Techblogs vorstellen, die noch niemand kennt. Leider ist es aber mit dieser Sparte in Sachen deutschem Content bisher nicht sehr weit gekommen. Es gab dazu auch einen sehr smarten Artikel (wenn auch überspitzt und etwas verallgemeinernd) über die deutsche “Econo-Blogosphäre” bei Reuters, der sich darüber beschwert hat. Die Erklärungen hin oder her, es gibt auf jeden Fall zu wenige. Kai’s Aktion ist also sicher eine gute Idee, um den Zusammenhalt zwischen den Bloggern zu stärken und einige anzuspornen, noch mehr zu schreiben (mich zum Beispiel).

Meine Top 5 Deutscher Techblogs, in alphabetischer Reihenfolge:

  • bwlzweinull – habe ich erst vor kurzem entdeckt, ordentliche Analysen. Knackig und immer mit einer Zielaussage geschrieben. Nicht so viele Posts, da kann man jeden einzelnen noch durchlesen.
  • Exciting Commerce – Ein super Blog über e-Commerce von Jochen Krisch, einem super Typen, der sich super auskennt. Wer mit e-Commerce zu tun hat und dieses Blog nicht kennt, hat sowieso verschlafen.
  • Neunetz.com – “Privates” Blog von Marcel Weiss, Schreiberling bei Netzwertig.com. Seine eigenen Posts auf beiden Blogs sind sehr gut recherchiert und lassen auch die Prise Sarkasmus und eigene Meinung, die beim Bloggen so wichtig sind, nicht vermissen. Bei der “KulturFlatrate-Diskussion bei der re:publica in diesem Jahr hat er ausserdem meine Meinung vertreten (KF ist schlecht!). Dafür gibt’s ne Empfehlung. Auch wenn er mit den 4 Lesern wohl nicht viel anfangen kann…
  • Seedfinance.de – Hat zwar in letzter Zeit etwas weniger geschrieben, ist aber für den Reader sehr gut geeignet, um manchmal tiefere Einblicke in Themen zu gewinnen.
  • Startwerk.ch – Weil ich in der Schweiz studiert habe und viel zu wenig über die Schweizer Startupszene weiss, eine Empfehlung. Wer mir noch mehr CH-Blogs empfehlen kann (egal welche Sprache) – her damit!

Ansonsten mag ich sehr die Blogs und Leute hinter : Kopfbunt.de, Jamade.com, Stylespion.de, Tautoko.info, Lesmads.de, Kleinegracht.de, Roitsch.info, Lumma.de, Babbling VC, Echolot.tumblr.com, Wiredvanity.com, Citrusblog.com, Vonroettelbach.com und so weiter. Ich hoffe, ich hab keinen vergessen (glaub ich aber schon).

Ganz sicher ist auf jeden Fall, dass die folgenden Leute bloggen sollten: Continue reading Ein Herz für Blogs – Wer sollte bloggen?

Interessante Links – 24.03.2009

Da ich sonst zu wenig zum Bloggen komme, ein paar interessante Links:

Josh Kopelman, VC bei First Round Capital schreibt über die Risikotoleranz junger und älterer Firmen. Das ist der Grund, warum es disruptive Modelle gibt und sie auch nach wie vorfunktionieren werden. Redeye VC: Nothing to Lose or Risk Tolerance is a Competitive Weapon.

Paul Kedrosky zeigt, wohin das AIG Bailout-Geld geflossen ist. Interessant dabei, dass viele Banken davon Zahlungen in Miliardenhöhe abgestaubt haben. Paul Kedroskys Infectious Greed: AIG Infographic: Where the Money Went.

Ein Insider-Artikel über das tägliche Leben in der Firma von Bernard Madoff, dessen riesiges Schneeballsystem zusammen gebrochen ist. Bei manchen Stories kann man nur den Kopf schütteln. The Daily Beast: Madoff Employee Breaks Silence.

Der wahrscheinlich meistgebloggte Artikel über den Medienwandel in der letzten Woche war eine Arumentation von Clay Shirky über das Sterben der Tageszeitungen. Ich habe am Wochenende noch zwei Diskussionen zu diesem Thema gehabt, also noch einmal zum Nachlesen: Clay Shirky: Newspapers and the Unthinkable

Startups' little helper