Author: Philipp

  • links for 2009-07-07

  • Bücher für den Sommerurlaub zu empfehlen!

    Kurz vor dem Urlaub renne ich meistens hektisch in den Bücherladen und suche mir etwas vernünftiges zum Lesen. Glücklicherweise habe ich mittlerweile ein gutes System, das passende Material auszusuchen: Ich gehe in die Abteilung für englische Bücher, schaue nach einem interessanten Cover und gehe zur Kasse. Dabei kommt dann zum Beispiel folgendes heraus:

    Emergency von Neil Strauss

    Neil Straus ist der erlesene Autor von Meisterwerken wie “How to make love like a porn star” mit Jenna Jameson und “The long hard road out of hell” mit Marylin Manson. Also ganz offensichtlich jemand, auf dessen Werke man ein Auge werfen sollte. In Emergency beschreibt er seine persönliche Odyssee vom Steuerzuflucht suchenden Musikjournalisten zum absoluten Untergangsüberlebenskünstler. Der Untertitel “this book will save your life” wird immer überzeugender, je mehr seine Schreckensvorstellungen zu möglichen Anschlägen, Naturkatastrophen und Bürgerkriegsphantasien in Erzählung Gestalt annehmen. In Wirklichkeit beschreibt er, wie er aus reinem Interesse für eine Story an Menschen gerät, die jeweils eine sehr grafische Vorstellung vom Ende der Welt haben. Er lässt sich davon anstecken und schreibt über die verschiedenen Schritte, die zum Austritt aus der Gesellschaft (und zur eigenen Rettung) nötig sind:

    • Orientation
    • Escape
    • Survive
    • Rescue

    Die Erzählung ist dabei mit nützlichen urbanen Überlebenstipps wie Schlösser knacken, Ziegen ausnehmen, Toiletten bauen und Chemieangriffe überleben gespickt, die einem sämtliche Angst vor möglichen Katastrophen nehmen. Not. Ein amüsantes Buch also, vor allem für diejenigen, die früher nicht bei den Pfandfindern waren. Ich war übrigens da, also war das alles nichts neues für mich (vor allem zweite Reisepässe und Chemieangriffe sind nämlich Themen, die bei den Pfadfindern auf der Tagesordnung stehen).

    Gomorrha von Roberto Saviano

    Das Buch, nach dem der sehr gewalttätige, gleichnamige Film gedreht wurde. Dieses Buch über die neapolitanische Camorra ist nicht nur ein erschreckend offener Bericht über die Tatsachen, denen die Bewohner Neapels und seiner Vorstädte anscheinen täglich gegenüber stehen, sondern gleichzeitig auch eine sehr persönliche Story über den Autor und seine Familie, Freunde und Heimatstadt.

    Absolut lesenswert fand ich Gomorrha, weil die persönliche Erzählung aus Sicht des Autors sehr eng und gekonnt mit Erklärungen zur historischen und gesellschaftlichen Struktur verwoben sind. Welchen Einfluss die Camorra noch heute in einem der ersten EU-Länder hat, sollte jeden zum Stutzen bringen. Vielleicht erklärt dieser Umstand aber auch die grotesk anmaßenden Kapriolen der Politiker in Italien, die man nicht so wirklich ernst nehmen will. Wer gerne “The Sopranos” guckt und den “Paten” für einen unglaublich realen Film hält, kriegt hier auf jeden Fall einen deutlich ungeschönteren und weniger glorifizierten Lifestyle der kriminell organisierten Klasse serviert.

  • iPhone ohne Home Button jailbreaken

    Ich habe ein iPhone von meinem Chef geerbt, bei dem der Home-Button nicht funktioniert. Bei eben diesem iPhone habe ich zuvor den Bildschirm ausgewechselt, der bei einem waghalsigen Manöver auf Fliesenboden gefallen und gesprungen war. Daher kannte ich die Innereien des ganzen schon ganz gut, was mir sicherlich geholfen hat. Um ein iPhone mit der alten (bis vor 3 Wochen aktuellen) Software zu jailbreaken, also zu “knacken”, standen einem ca. 4 verschiedene Methoden zur Verfügung, die nun alle obsolet geworden sind (dank der neuen Firmware). Nun gibt es für intakte iPhones eine absolut einfache und selbsterklärende Software (Redsn0w vom iPhone Dev Team), die sowohl das alte und neue iPhone für eigene Software öffnet. Soweit so gut. Ohne Home-Button ist das ganze etwas komplizierter.

    Unterschied zwischen Jailbreak und Unlock

    Beim “knacken” gibt es zwei Schritte: den Jailbreak und den Unlock. Der Jailbreak setzt die von Apple aufgesetzten Restriktionen hinsichtlich des Betriebssystems auf dem iPhone aus. Das bedeutet, dass man nach einem Jailbreak auch unautorisierte Software (nicht aus dem offiziellen Appstore geladen) auf seinem Gerät installieren kann.

    Der Unlock ist eine Maßnahme gegen den in der Handy-Welt auch von Laien bekannten Simlock. Dieser bewirkt, dass man sein Telefon, welches im Rahmen eines Vertrages mit einem Netzanbieter erworben wurde, nur in eben diesem Netz zum Telefonieren nutzen kann. Beim iPhone muss der Unlock die aktuelle Version des “Baseband" (im Prinzip das Betriebssystem des Handy-Modems) umgehen bzw. knacken, um auch nicht autorisierte Netze zur Kommunikation frei zu schalten. In meinem Fall bedeutet das, dass ich nun auch eine Simyo Karte im iPhone benutzen kann.

    In früheren Versionen des Jailbreak (z.b. mit Hilfe von Ziphone oder dem Pwnage Tool) war der Unlock des Baseband enthalten, was das Ganze sehr einfach gemacht hat (wenn man die korrekte Firmware Version aufgespielt hatte). Heute muss der Unlock über ein zusätzliches Programm geladen werden, welches man nur installieren kann, wenn das iPhone schon den Jailbreak hinter sich hat.

    “Normale” Vorgehensweise beim Jailbreak der 3.0 Software

    Über iTunes (Version 8.2) wird das iPhone mit der neuen 3.0er Firmware aktualisiert (Vorsicht, sobald es neue Versionen gibt und man auf den Jailbreak angewiesen ist, immer erst auf eine funktionstüchtige Methode für die aktuelle Version warten!). Man lädt sich “redsn0w” und die aktuelle Version der iPhone Software (3.0) herunter und folgt den Anweisungen im redsn0w Dialog. Das bedeutet, dass man sein iPhone in den Wiederherstellungsmodus bringen muss, um ihm dann quasi die durch redsn0w modifizierte Firmware unterzujubeln. Damit hat man den Jailbreak in ungefähr 10 Minuten hinter sich.

    Unterschied zwischen DFU und Restore Mode

    Dieser Modus wird durch eine bestimmte Abfolge von gedrückten Knöpfen aktiviert (viele Knöpfe gibt es beim iPhone nicht, also ist der Home-Button schon essentiell). Die Abfolge ist:

    1. iPhone an PC/Mac anschließen und ausschalten
    2. Power Knopf (oben) ca. 3 Sekunden drücken
    3. Home Button (unten) ca 10 Sekunden (gleichzeitig) drücken
    4. Power Knopf loslassen, Home Button gedrückt halten und warten
    5. Jetzt ist man im DFU Modus!
    6. Nach ca. 20 Sekunden sieht man in redsn0w eine Erfolgsmeldung – loslassen und Jailbreak abwarten.

    Der übliche Restore Mode, der auf dem Bildschirm das iTunes Logo zeigt, erlaubt nicht das unterjubeln der modifizierten Firmware. Bei Misserfolg weist redsn0w darauf hin, es noch einmal zu probieren (und auf YouTube oder bei Philipp nach einer besseren Anleitung zu suchen).

    Der DFU Modus (Device Firmware Upgrade, ein offizieller USB-Standard übrigens) setzt also einen Home Button voraus, den ich an meinem gerät leider nicht habe.

    iPhone ohne Home Button

    Ich habe also die zweifelhafte Ehre eines iPhones, das noch minimalistischer als Apples originäre Inkarnation ist. Statt einem Knopf auf der Vorderseite habe ich nämlich keinen einzigen. Dieser Zustand rührt allerdings nicht von meiner Vorliebe für Minimalismus, sondern von der Vorliebe des Vorbesitzers für Strandspaziergänge mit Telefon. Das bringt einige kleine Probleme mit sich, wie der aufmerksame Leser sicherlich schon bemerkt hat.

    Es gibt zwar eine Software (mQuickDo), die einen “virtuellen” Home Button ermöglicht (funktioniert super, ein Bereich des Bildschirmes, z.B. die Statusleiste ist der Ersatz für den Knopf), diese ist allerdings natürlich nur auf geknackten iPhones zu installieren. Ein gejailbreaktes iPhone hat nämlich zusätzlich zum Appstore noch den Cydia Appstore, wo man sich viele interessante Programme herunter laden kann, die es bei Apple nicht gibt. Der Appstore von Apple glänzt nämlich durch einen sehr harten Auswahlprozess, der viele Entwickler den Kopf schütteln lässt, wie man zum Beispiel bei Marco Arment (Chefentwickler bei Tumblr) nachlesen kann.

    Mein Problem war nun also, das iPhone in den DFU Modus zu bekommen, um einen Jailbreak zu ermöglichen, um mQuickDo zu installieren. In der 2.xer Firmware war das kein Problem, da so viele Leute an Tools zum jailbreaken gearbeitet haben, dass mir zum Beispiel Ziphone und Pwnage Tool die Möglichkeit gaben, das iPhone per Software-Befehl in den DFU Modus zu versetzen. Mit der 3.0 Firmware haben diese Programme nicht mehr funktioniert, also war ich SOL. Ich habe zwei Wochen mit meinem alten Windows Mobile Handy meine Taschen ausgebeult, dann war es mir zu viel und ich habe es noch einmal versucht. 

    Es gibt keine Software Lösung für iPhones ohne Home Button

    Lösung: Hardware-Hack. Ich habe das iPhone eines Freundes auseinander gebaut, den Screen samt funktionierendem Home Button in mein iPhone gesetzt, dieses in den DFU Modus versetzt und den Jailbreak durchgeführt. Im Nachhinein die einzige logische Lösung, es hat nun auch funktioniert, und ich bin wieder glücklich.

    Die mQuickDo Software kostet nun leider 7 Dollar, der Vorgänger iHome war umsonst. Das Geld ist aber nicht schlecht angelegt, immerhin hat es mir einen 2-Jahresvertrag mit T-Mobile erspart. Zusätzlich bietet mQuickDo eine Möglichkeit, durch verschiedene “Wisch-Gesten” zum Beispiel zwischen verschiedenen Applikationen direkt zu wechseln. Auch der Home Screen zeigt mir jetzt Direktlinks zu meinen Lieblings-Applikationen an.

    Das Auseinanderbauen des iPhones ist übrigens extrem einfach, man braucht lediglich die 2 Schrauben neben dem Dock-Anschluss zu lösen und den Bildschirm von unten anzuheben. Dies geling entweder mit einer schmalen Klinge zwischen Rand und Bildschirm oder einem kleinen Saugnapf, zum Beispiel von der Spülbürste.

    Zu all diesen Themen hat iClarified exzellente Tutorials, lediglich ein zusammenhängender Text zum Thema in Deutsch hat mir gefehlt. Auch die Problematik des defekten Home Buttons wird nicht in vielen Texten beschrieben, daher dieser etwas längere Post.

  • links for 2009-07-04

  • links for 2009-07-02

  • Google startet SMS Service in Afrika – Mobile “Unnovation”

    Google SMS is basically a way for people to use SMS text messages to request information like local news, weather, sports, and more. The two most promising services are Google Trader, a marketplace built around SMS, and Google SMS Tips, where people can send in questions about practical things that matter in their daily lives

    via Google aims for less developed nations with Google SMS | VentureBeat.

    Eine tolle Idee, wenn man die Möglichkeiten vor Ort bedenkt. Das One Laptop Per Child Programm is ja nicht so eingeschlagen, meiner Meinung nach liegt das vor allen Dingen am großen Unterschied zum gelernten Verhalten in Sachen Kommunikation (abgesehen von politischen Querelen).

    Ein zeitweise in Afrika lebender Freund hat mir beschrieben, wie Handys ausserdem als mobiles Zahlungsmittel bzw. “Online”- Banking genutzt werden:

    Per SMS können innerhalb der Netze Prepaid-Guthabenpunkte versendet werden. So wurden wohl ursprünglich die Rubbel-Karten ersetzt, mittlerweile senden sich Familien und Geschäftspartner mit Hilfe des Handys Punkte zu. Am Kiosk oder Laden können diese Punkte dann gegen Bargeld eingetauscht werden.

    Diese “Un-nivationen” zeigen, wie einfach Probleme manchmal durch einen kleinen “Hack” gelöst werden können. Durch einen Schritt nach hinten werden so manchmal große Möglichkeiten entdeckt. Wer weiß, vielleicht hätte ja so das mobile Web in Europa auch früher Fuß gefasst?

  • Ruhig hier

    Ich bin momentan schwer eingespannt, Abends sitze ich ausserdem lieber auf dem Balkon. Links werden wieder automatisch aus Delicious gepostet. Ich versuche noch, ein besseres Format dafür zu finden.