Category: Media

  • Europawahl 2009 – oder doch nur Vorgeplänkel?

    Das Gefühl hatte ich heute zumindest, als ich die Berichterstattung zu den Wahlergebnissen über mich ergehen lassen habe. Schade, dass sämtliche Fernseh- und Radiosendungen nur darüber sprechen, was das Ergebnis für die Bundestagswahl im September an Schlüssen zulässt. Die Europäischen Konsequenzen werden in der Berichterstattung zum größten Teil ausgegrenzt, vor allem auch die lokal unterschiedlichen Ergebnisse der restlichen Europäischen Bündnispartner.

    Statt den ganzen Tag über die erwarteten Prozente der Großparteien zu schwadronieren, hätte sich der heutige Tag absolut ideal dazu geeignet, die Zuschauer und Zuhörer über die momentanen und zukünftigen Entscheidungen der Union zu unterrichten, damit die abgegebene Stimme nicht nur als Barometer der Zukunft gesehen wird. Das war schon abzusehen, als die Wahlplakate und -Werbespots sich hauptsächlich mit Themen wie Steuern und anderem aktuell Innenpolitischem beschäftigt haben. Das Ausleihen der Spitzenkandidaten für den September auf den Plakaten zur Europawahl hat das Übrige dazu beigetragen. Schade.

    Achtet mal morgen darauf, wie eure Zeitungen und Lieblingswebsites darüber schreiben. So, wie heute berichtet wurde, lernen wir jedenfalls über unser gemeinsames Europa nicht viel Neues. Gut, dass ich einen persönlichen EU-Profi zuhause habe und wenigstens die groben Zusammenhänge erklärt bekomme…

  • Google Web Elements – Talkbox als Widget

    Ich habe mal kurz die Google Web Elements getestet, welche erlauben, verschiedene Google Inhalte Web-weit als Widgets auszuliefern. Unter anderem geht das für News, Maps, Kalender, Spreadsheets und Conversations. Unten rechts sieht man also jetzt das Widget zu Philippmoehring.de, wo Ihr gerne Feedback, links und Videos hinterlassen könnt. Ich bin mal gespannt, ob das sich etabliert…

    Das Ganze ist gestern bei Google I/O vorgestellt worden, der jährlichen Entwicklerkonferenz von Google. Die Besucher haben anscheinen jeweils ein HTC Magic Handy als Gastgeschenk bekommen. Nice.

    __

    Edit: Habs wieder rausgenommen, war nicht so hot. die Kommentare bilden das ja eh ab.

  • 3 unkonventionelle Bücher über Startups

    Ich lese viel – seit ich 5 Jahre alt bin, kann ich nicht genug vom gedruckten Wort bekommen. Mein Ziel ist es mittlerweile, jede Woche ein Buch zu beenden. Ich schaffe es nicht immer, meistens nehme ich 5 bis 6 “angebrochene” Bücher mit in meine langen Wochenenden oder den Urlaub. Dazu kommen Magazine, Zeitungen und Zeitschriften, die ich noch schneller verschlinge – egal zu welchem Thema. Klar, wie gesagt, Blogs lese ich auch viel.

    in den letzten 4 Jahren habe ich natürlich besonders viel zum Thema Venture Capital und Startups gelesen. Die folgenden Bücher sind meine liebsten Entdeckungen über Business und Unternehmen, ich kann jedem einen Blick hierein empfehlen. Keines der drei Bücher beschäftigt sich mit Business Plänen oder Fundraising. Es geht viel mehr um die ersten Schritte und das eigene Selbstverständnis als Gründer und Unternehmer.

    The Knack – Norm Brodsky und Bo Burlingham

    Dieses Buch ist für einen nicht-“BWLer”, wie es so schön heißt, wohl der beste Einstieg in die Welt der Selbstständigkeit. Es geht vor allem um die einfachen Fragen – Die Entscheidung, sich selbstständig zu machen, die grundlegenden Annahmen eines Geschäftes und viele kleine Stories über Erfolge und Fehler. Norm und Bo schreiben eine Kolumne im INC Magazin, das Buch ist eine Sammlung von Artikeln, die in “Street Smarts” erschienen sind. Gerade nach Studium und den ersten Jahren im Job eine erfrischend naiv erklärte Sicht auf die eigene Firma – kein Business-Speak oder Fachchinesisch. Ein tolles Geschenk auch für jeden Kumpel, der da so eine Idee hat, bisher aber nicht richtig voran gekommen ist. Gibt’s hier bei Amazon.

    A smart person learns form her mistakes. A wise person learns from other people’s mistakes.

    The Monk and the Riddle – Randy Komisar

    Dieses Buch habe ich zum ersten mal während meinem Aufenthalt in Florida gelesen, mein Entrepreneurship Professor hat uns hierzu verdonnert. Eine tolle, wenn auch sehr klischeehafte Geschichte über einen Business Angel, der im Silicon Valley zu Geld gekommen ist und nun Startups betreut. Er nennt seine Position “Virtual CEO”, hilft quasi als Ideenfinder und -Verbesserer, wo die Gründer nur Dollarscheine und Privatjets sehen. Das viel zitierte Mantra des passionierten Entrepreneurs ist Zentralthema dieses Buches, die Aussage wird auch sehr deutlich rübergebracht. Es deckt sich mit meiner eigenen Meinung und Erfahrung, dass wirklich passionierte Gründer einen besseren Job machen als “Angestellte mit Anteilen”. Amazon führt the Monk and the Riddle hier.

    ‘The Monk’ encourages us to consider how we spend our time, not our money.

    A Year in the Merde – Stephen Clarke

    Eine fast zu nah an der Realität geschriebene Geschichte über einen jungen Engländer, der einen Job in Frankreich annimmt und versucht, in Paris eine Kette Englischer Teesalons aufzubauen. Auf dem Weg gibt es einige französische Affären, Probleme mit Gesetz und Brauch, Frauen und der generellen Gewöhung an ein neues Land. Passend nicht für denjenigen, der einen Teesalon in Frankreich aufmachen möchte (der sollte immer das Gegenteil von dem tun, was Paul tut), sondern für jemanden, der sich an eine neue Kultur gewöhnen muss, will oder soll. Es ist jedenfalls ein unkonventionelles Buch über ein unkonventionelles Startup. Ich glaube, ich habe ganze 2 Stunden dafür gebraucht und mich mehrfach zu Bauchschmerzen gelacht. Amazon.

    When in doubt, ask your Concierge.

  • Ich habe unserem “Technologie”-Minister geschrieben

    Bitte lesen, verteilen, kopieren, wiedergeben und gerne noch einmal an Herrn zu Guttenberg schicken. Seine Emailadresse im Bundestag ist auf seiner Website zu finden. Solange die Worte nicht aus dem Kontext genommen werden, kann mit dem folgenden Text gemacht werden, was Ihr wollt.

    Ich habe lange überlegt, ob ich das Anschreiben auch öffentlich machen möchte, denke aber, dass es das wohl wert ist. Wer es nicht mitbekommen hat: die von der Bundesregierung geforderten Internetsperren (zur Bekämpfung von Kindesmissbrauch) sind in ihrer Konzeption nutzlos und ohne weiteres  (ja, ohne Expertenwissen) zu umgehen. Die von mittlerweile über 50.000 Mitbürgern unterschriebene Petition bittet den Bundestag, das Gesetz genauer unter die Lupe zu nehmen, damit nicht ungewollte Konsequenzen entstehen, welche die Freiheit der Bürger Deutschlands ernsthaft beeinträchtigen können.

    Es ist einfach, den Gegnern der Petition die Unterstützung der illegalen Aktivitäten vorzuwerfen. Genau dies hat unser Wirtschafts- und Technologieminister getan, wie man in diesem Video (Interview in der Tagesschau) sehen kann. Die Gegner des Gesetzes sind aber, wie sich im Text der Petition zeigt, aus anderen Gründen gegen diese Massnahmen. Es geht vor allem um das langfristige Verständnis des Internet als Massenmedium, der vom Staat hiermit geforderten Kontrolle und der von Bürgern tolerierten Eingriffe in Privat- und Kommunikationsleben. Für mich persönlich gewinnt die Brisanz der Diskussion, da mein berufliches Leben direkt von diesen Entscheidungen beeinflusst werden kann. Schliesslich arbeite ich fast nur “im Netz”.

    (more…)

  • Philipp Moehring – Google-Profil

    Philipp Moehring – Google-Profil.

    Man sich kann jetzt bei Google seine eigene “Vanity-URL” sichern. Super. Meine ist google.com/profiles/p.moehring.

    Ich bin gespalten – gebe ich wieder Informationen preis oder sichere ich mir damit die Kontrolle über meinen Namen im Web? Ich finds cool, habe also meinen eigenen Namen vor allen meinen Namensvettern gerettet.

  • Interessante Links – 24.03.2009

    Da ich sonst zu wenig zum Bloggen komme, ein paar interessante Links:

    Josh Kopelman, VC bei First Round Capital schreibt über die Risikotoleranz junger und älterer Firmen. Das ist der Grund, warum es disruptive Modelle gibt und sie auch nach wie vorfunktionieren werden. Redeye VC: Nothing to Lose or Risk Tolerance is a Competitive Weapon.

    Paul Kedrosky zeigt, wohin das AIG Bailout-Geld geflossen ist. Interessant dabei, dass viele Banken davon Zahlungen in Miliardenhöhe abgestaubt haben. Paul Kedroskys Infectious Greed: AIG Infographic: Where the Money Went.

    Ein Insider-Artikel über das tägliche Leben in der Firma von Bernard Madoff, dessen riesiges Schneeballsystem zusammen gebrochen ist. Bei manchen Stories kann man nur den Kopf schütteln. The Daily Beast: Madoff Employee Breaks Silence.

    Der wahrscheinlich meistgebloggte Artikel über den Medienwandel in der letzten Woche war eine Arumentation von Clay Shirky über das Sterben der Tageszeitungen. Ich habe am Wochenende noch zwei Diskussionen zu diesem Thema gehabt, also noch einmal zum Nachlesen: Clay Shirky: Newspapers and the Unthinkable